Reviews germany, austria and switserland (november 2008)
Zillo Musikmagazin:
Review („Vo Slavu Velikim“)
"Pagan-Metal-Bands findet man mittlerweile über den gesamten Globus verteilt, selbst Länder wie Russland haben eine eigene Szene. Eine der dort führenden Bands sind die 2002 in Moskau gegründeten Arkona um Frontfrau Masha, die seitdem vier Studioalben und eine Live-Platte veröffentlicht haben. Nachdem das aktuelle Werk „Ot Serdca K Nebu“ kürzlich über Napalm Records erschien, veröffentlicht nun die holländische Plattenfirma Vic Records auch die vorherigen Werke der Band für den europäischen Markt. Den Anfang macht das vorliegende dritte Album „Vo Slavu Velikim“, das komplett auf Russisch gehalten ist und durchaus als Soundtrack zu einer mittelalterlichen Schlacht taugt. Arkona binden immer wieder Folklore-Elemente in ihre Musik ein und klingen trotz aller Rohheit und allen Ungestümn melodisch und versiert. Charismatisch wird der Band-Sound vor allem durch den variablen, russischen Gesang ihrer Frontfrau und den häufigen Einsatz von gesprochenen Passagen und Chören. Insgesamt durchaus eine charismatische Version des Pagan-Metals."
http://www.burnyourears.de
"“Vo Slavu Velikim!” (9,5/10)
Russisch für Anfänger, Teil 3 (der Backlist von ARKONA): „Во славу Великим!“ (transkribiert: Vo Slavu Velikim!) Wer sein Abi vor ´90 in den annektierten Ostgebieten (a.k.a. DDR) gemacht hat, darf Babelfish gern korrigieren… Des Russischen gänzlich unkundig, glaube ich, dass es soviel heißt wie: Auf zu großem Ruhm! Es wäre jedenfalls passend. Denn „Во славу Великим!“ gehört definitiv zu den Alben, die ein Metaller mit Hang zur folkloristischen Romantik sein eigen nennen MUSS. Von den drei mir bislang bekannten ARKONA-Scheiben, die mit Abstand folkigste und beste. Der Einstieg könnte gelungener nicht sein: Ein 1½ minütiges Intro: „Коломыйка“; ein dissonant-hypnotisches Sackpfeifen-Solo, auf das sich kurz vor Schluss die eindringliche, beschwörende Stimme Maschas legt und in ein, zwei Sätzen kurz klarmacht, warum sich die konsonantenreiche russische Sprache so herrlich für paganes Zeug eignet. Das hat Magie! Das Intro basiert auf einem alten heidnischen Ritus aus den Karpaten. Dann Flöten und die latent bedrohliche Stimmung schlägt um in ein fröhliches Juppheida, und Mascha Stimme kommt hell und freundlich, doch der Dudelsack verheißt erneut Magisches und Mascha wird ihrem Nickname „Scream“ gerecht, und von da geht’s bei „Сквозь Туман Веков“ mehrfach hin und her: Akkordeon, Maultrommel und anderes Folk- Instrumentarium inkl. hellem slawischem Frauengesang (wie andernorts erwähnt: dem Joik-Stil Finntrolls nicht unähnlich) tritt gegen schwere Riffs und Growling an. Der Kampf endet unentschieden. Zweite Nummer und erneut perfektes Heidenkopfkino. #3 „Русь Изначальная“ beginnt mit einer Ansprache: Opa erzählt vom Krieg oder ein schönes Bortsch-Rezept, dann wird’s schwarzmetallisch-symphonisch und ich denke: och nö, schade. Aber auch: was Mascha für eine geile Stimme hat. Feines Growling. Und dann wird ihr Gesang plötzlich ganz folkig und orientiert sich an alten klagenden Weisen wie man sie vom TRIO BULGARKA so liebt. Stück gerettet (und zwei Durchläufe später erinnert man sich schon mal gar nicht mehr an die anfängliche zarte Enttäuschung).
Genau so geht’s Einem beim Titeltrack „Во Славу Великим!“; erst will man ein bisschen enttäuscht sein, weil es vordergründig an die Magie des Anfangs nicht heranreicht, doch dass Stück entpuppt sich bald als das vierte Highlight. Diesmal ist es die Lead-Gitarre, die verzückt.
Und dann „По Сырой Земле“, absolute Hammernummer: Die Flötenmelodie macht sofort Gefangene; und dann metzeln die Gitarren los… Aber das ist noch nichts, gegen das, was noch alles an Dramaturgie in die 7:40 min gepackt wird… Kriegerische Männerchöre, viel Folklore… und Frauenchöre sowie ein Refrain, beides zum Niederknien... und zum Schluß noch einmal eine dieser Beschwörungen, die mich gänsehäuten… Geil bis zum Abwinken. Als einzigen kritischen Einschub gestatte ich mir hier den Hinweis, dass man das Ganze auch als chlichéhaft abtun kann. Und da denke ich solchen Unsinn so kritisch vor mich; und anderen Unsinn: auf dem Niveau kann es kaum weitergehen… Und dann kommt das göttliche „Туман Яром“. Knapp 3 Minuten lang ein slawisch-schamanistisches Zwischenspiel, das man in dieser atmosphärischen Dichte allenfalls --genau: vom TRIO BULGARKA gehört hat. (Langsam macht Mascha mir Angst.) Dann kommt das Akkordeon und mit ihm eine speedige Double-Bass-Nummer, eher im kompositorischen Mittelfeld dieses Albums angesiedelt, mit einigen ganz klassischen Metalriffs und man darf ein tolles Lead zu bewundern. Und der Refrain ist erneut ein folkiger Hochgenuss. Ich breche das hier mal ab. Wir sind erst bei der Hälfte der 14 Tracks angekommen und schon jetzt lohnt sich der Kauf, und obendrein ginge die Lobhudelei so oder ähnlich weiter… Wer sich das Album nicht besorgt, ist selbst schuld."
"“Vozhrozhdenie“ (8,5/10)
Höchste Zeit, dass wir uns hier endlich mal ARKONA (Аркона) zuwenden. --- Der Anlässe gibt’s genug: Zum einen gehören die Moskauer um Frontfrau Maria (Mascha) „Scream“ Archipova wohl mit zum Besten, was kontinentaleuropäischer Pagan Metal zu bieten hat; zum anderen haben Vic Records es sich seit einiger Zeit zur Aufgabe gemacht, die Backlist der Heiden hierzulande leichter zugänglich zu machen. U. a. auf dem Ragnarök hat sich die Truppe bei uns bereits einen gar nicht so kleinen Freundeskreis erspielt; dennoch sei kurz erwähnt: 2002 von Mascha und Alexander „Warlock“ Korolev als HYPERBOREA aus der Taufe gehoben, haben sie sich noch im selben Jahr umbenannt und ihr 3-Track-Demo „Русь“ (Rus) herausgebracht. Dessen Stücke befinden sich auch auf dem Debüt Возрождение oder (transkribiert:) Vozrozhdenie (Revival). --- Dass ein Debüt als Wiedergeburt gefeiert werden muss, hat den einfachen Grund, dass Warlock und die zwischenzeitlich dazugestoßenen Mitglieder das Interesse verloren hatten und Mascha schon nach einem Jahr plötzlich alleine dastand. 2005 verhaftete sie Mitglieder von dem Black Ambient Projekt NARGATHROND und der BM-Kapelle ROSSOMAHAAR. Seitdem sind mittlerweile vier Studio-Alben und eine Live-Aufnahme erschienen, die auch als DVD vorliegt. Alles, was beim alten Label erschienen ist, wird von sukzessive von Vic rec. wieder aufgelegt. Ende der Geschichtsstunde. Grundsätzlich gilt, dass ARKONA in Sachen Sound und Härtegrad fast schon mit klassischem Metal auf einer Stufe steht. Die für die meisten Heiden typischen Black-Metal -Einflüsse bilden zwar auch hier das Riff-Fundament… Aber der durch die Bank warme und klare Klang der Produktionen steht Atmosphären wie man sie von PRIMORDIAL oder auch von FOREFATHER kennt, denn eher im Wege. Spannender ist hier nach meiner Ansicht ohnehin der Folk-Anteil, der, unschwer zu erkennen, slawisch bis ins Mark ist. Gelegentliche Nähen zu FINNTROLL, inkl. Joik (ihr wisst schon: dieser jodelartige Gesang wie z.B. in „Jaktens Tid“) mag ein Musikhistoriker erklären können… Soweit mir bekannt, bedienen sich ARKONA zwar nur in zwei Ausnahmefällen aus dem reichen Fundus russischer Volkslieder, aber ebenso gut könnte ein Großteil der Songs auf tradiertem Liedgut basieren. Und diese Authentizität ist die ganz große Stärke der Band. (Die zweite ist Mascha). Anders gesagt, je mehr die Stücke nach Folk- denn nach Pagan Metal schmecken, bzw. je russischer ARKONA sind, desto unverwechselbarer und besser werden sie. Zu Mascha: Pagan Metal mit „female Voice“, da denkt man wohl unwillkürlich an Sopranstimmen oder an Elfengesäusel. Weit gefehlt. Mascha ist Mezzosopran, fast schon Alt. Was ihr bei dem paritätischen Wechseln von Klargesang zu Growls und, genau: (Black Metal) Screams sehr zugute kommt. Weil sie bei drei Stücken auf Возрождение auch noch Unterstützung von Alexej Solovjev (von den Kollegen von ALKONOST) bekommt, gestaltet sich der Gesang überaus abwechslungsreich.
Obwohl: nötig hätte sie die Unterstützung nicht; auch wenn sie die Aggressivität von Sabina Classen und Angela Gossow nicht erreicht: ihr Growling hat’s in sich und ich wundere mich sehr, wie schön, voluminös und intensiv ihre Klarstimme bei solchen Strapazen doch ist. Neben der authentischen Ernsthaftigkeit, das slawisch-heidnische Erbe hochzuhalten, ist es vor allem der Kraft und Vielseitigkeit ihrer Stimme zu verdanken, dass ARKONA so weit aus der Masse herausragen. Nun endlich (aber nur kurz) zu „Возрождение“: obwohl das Debüt, stellt „Vozhrozhdenie“ quasi den musikalischen und qualitativen Zwischenschritt zwischen den Nachfolgewerken „Лепта“ (ebenfalls noch 2004) und „Во славу Великим!“ (2005) dar. Noch nicht gewillt, einen definitiven Schwerpunkt zu setzen, ist „die Wiedergeburt“ nicht nur der Mittelwert aus den Nachfolgern, sondern prädestiniert, einem Alien den Pagan Metal zu erklären. --- Durchschnittlicher Heidenstahl ist das dennoch beinah keine einzige Sekunde! Will sagen: Schwarzmetallische und folkloristische Elemente halten sich einfach bloß die gut ausbalancierte Waage. Pagantypisch eben. Und man braucht sich bloß „По звериным тропам“ (in etwa: Auf den Pfaden der Tiere) oder „Под мечами“ (Unter den Schwertern) anzuhören, um zu peilen, dass das nichts, und noch mal nichts mit Durchschnittsware zu tun hat. –Wer allerdings den pseudopathetischen und megasynthetischen Kram von FALKENBACH für die ultima ratio heidnischen Metals hält, könnte ein Problem haben--- muss aber nicht sein. Dass „Возрождение“ dennoch seine milden Schwächen hat, oder anders: dass ARKONA es noch besser können, zeigt sich im direkten Vergleich mit „Во славу Великим!“. 1.) sind die Kompositionen auf Album #3 noch weit folklastiger, und 2.) werden dort vermehrt reguläre folkloristische Instrumente zum Einsatz gebracht, während man beim Debüt leider vorrangig auf Synthies zurückgreift. An einer unbedingten Empfehlung für „Возрождение“ in Richtung aller Heiden im nebligen Umfeld von HEIDEVOLK, METSATÖLL und STORM ändert das nichts."
"„Lepta“ (7/10)
Russisch für Anfänger, Teil 2 (der Backlist von ARKONA): „Лепта“ (transkribiert: Lepta, zu Deutsch: Gabe, Spende, Opfer, Neudeutsch: The Contribution). Chronologisch zwischen der sehr guten „Возрождение“ und der herausragenden „Во славу Великим!“ platziert, verliert „Лепта“ den internen Vergleich mit beiden aber eindeutig. Im gleichen Jahr wie das Debüt erschienen, wirken die Kompositionen von „Лепта“ nicht so ausgereift, und entschieden (Black-) Metal lastiger; der Folk Anteil fällt gegenüber dem Vorgänger etwas und gegenüber dem Nachfolger weit spärlicher aus. Vielleicht merkt man ganz einfach, dass sie Entstehungszeit der Songs gegenüber dem Debüt vergleichsweise kurz war. Und diesmal fällt auch relativ schmerzhaft ins Gewicht, dass vom folkloristischen Instrumentarium einzig die Flöte nicht imitiert wird. Umso mehr, da der Melodieanteil öfters nicht von slawischer Folklore inspiriert ist, dafür vermehrt in Richtung symphonischen Black Metals tendiert. – Dass die Dame und die Herren wissen, wie man so etwas macht, ist vor dem Hintergrund ihrer Nebenprojekte NARGATHROND und ROSSOMAHAAR mal klar; und für Leute, die sowohl VESANIA und Pagan Metal zu schätzen wissen, könnten „Lepta“ leicht für das beste Produkt der Diskographie halten. Ich finde zwar, dass die Band hier zu viel traditionalistisches Potenzial brach liegen lässt, andererseits ist es vielleicht auch ganz gut, dass ARKONA sich bei allem Wiedererkennungswert nicht permanent selbst kopieren und tatsächlich jedem Album seine eigenen Atmosphären gönnen. Und weil hier ja noch solche Perlen wie „Лепта о Гневе“ oder „Марена“ lauern und „Лепта“ ansonsten durchweg mit Melodic Black der geschmackvolleren Art aufwartet, ist ein es ein letztlich gutklassiges Album. Empfehlung für harte Gothics, angefolkte Dimmu-Bürger und heidnische Sammler und Jäger, die sich an guter, kraftvoller Produktion nicht stören."
http://www.darkscene.at
Review (6/10)
"“Vo Slavu Velikim“
Vic Records starten dieser Tage den großen Arkona (nicht zu verwechseln mit den anderen russischen Arkona (zum Review), die bei Napalm Records unter Vertrag stehen) Re-release Overkill. Gut und recht, schließlich haben die Russen nicht ausschließlich ihrer exotischen Herkunft wegen durchaus ihre Berechtigung im großen Tümpel des Pagan Metal mitzuplanschen. Stellvertretend für die Widerveröffentlichung der ersten beiden Alben "Vozrozhdenie" und "Lepta" nehmen wir mit "Vo Slavu Velikim" das dritte und wohl abwechslungsreichste und ausgereifteste Werk der Osteuropäer unter die Lupe. Dass die Russen ein fleißiges Völkchen sind, beweist allein die Tatsache, dass all die drei Alben im Original innerhalb weniger Monate im Zeitraum 2004-2005 veröffentlicht wurden. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen, denn auch wenn hier beschriebenes Drittwerk durchaus seine guten Seiten hat, sind auf diesem und vor allem auf seinen Vorgängern mehr oder weniger deutliche Mankos in Sachen Sound, Songwriting und Klasse zu vermelden. Aber egal, Arkona werden geprägt von Banchefin Masha Scream, die mit ihrem gelungenen Wechselgesang aus schöner Stimme und Growls durch die 14 Tracks führt. Hinter diesen intensiven Gesängen verstecken sich metallische Songstrukturen und massig Folk Melodien, die mit echten Instrumenten wie Dudelsack, Flöten etc. vorgetragen weit effizienter erschallen, als bei den beiden Vorgängern, wo man sich ausschließlich auf künstliche Kosmetik beschränkte. So sind es vor allem intensive Songs wie "Gnev Vremen", "Sila Slavnyh" oder das heroische "Po Syroi Zemle", die dem geneigten Schildträger durchaus die Felllenden durchputzen könnten und über einige Schächlinge hinwegtäuschen. Langer Rede, kurzer Sinn: Für typische Waldmetalfans sind Arkona eine ebenso reizvolle, wie musikalisch interessante Ergänzung ihrer Sammlung, vor allem hier beschriebenes Album kann durchaus gefallen und mit Vielschichtigkeit punkten. Pagan- und Folk Metal Vollzeitbeschäftigte werden sicher nichts falsch machen und auch an der Entwicklung einer Band dran bleiben, von der man in Anbetracht der prüffähigen Entwicklung bislang ohne weiteres noch ein wenig mehr erwarten kann.
Der Teilzeitpaganfan hingegen, der kann das Kapitel Arkona genau jetzt wieder schließen…"
http://www.FFM-Rock.de
“Vozrosdenie”
“Lepta”
“Vo Slavu Velikim”
"Die drei Erstlingswerke der russischen Formation ARKONA liegen mir hier vor, da sie jetzt ab Oktober über VIC Records als Re-Release bei uns erhältlich sind. Das neueste Werk „Ot Serca K Nebu“ lief ja bekanntlich unter dem Napalm Records Banner. Dennoch haben uns VIC Records mit diesen drei Erstlingsscheiben einen Riesengefallen getan, denn diese Band ist der Hammer, auch wenn ich nicht einen Ton russisch verstehe. Aber, wer mich kennt, weiß ja, dass das noch nie ein Problem war. Der Mix aus powervollem Metal, folkloristischen Elementen und wütendem Gesang gelingt dieser Truppe zu hundert Prozent. Nun ja, bei Bands, in denen eine Frau den Gesangsposten übernimmt, ist solch ein wütender Gesang besonders interessant. Aber keine Angst, Frontfrau Masha brüllt nicht nur wie ein Löwe, nein, sie beherrscht auch den klaren, feinen Gesang absolut perfekt. Die erste CD „Vozrosdenie“ beinhaltet zwölf Songs, wobei der erste ziemlich langgezogen, fast so wie bei einem Intro, beginnt. Nach ner Minute beginnt aber das Donnerwetter und der peitschende Metal mit seinem treibenden Schlagzeug beginnt. Wunderschöner Pagan Metal mit russischen Texten, wobei „Maslenitsa“, „K Domu Svaroga“, „Chernye Vorony“ und „Solntsevorot“ die absoluten Highlights sind. Auf der zweiten CD „Lepta“, welche mit neun Tracks bestückt ist, kann ich folgende Songs zum Anchecken nur wärmstens empfehlen: „Lepta O Gneve“, „Marena“ und „Oj, To Ne Vecher“. Dennoch würde ich bei diesen zwei Scheiben die erstere bevorzugen. Das dritte Werk „Vo Slavu Velikim“ dagegen ist wieder stärker als sein Vorgänger und das beste der drei Erstlingswerke. Ganze vierzehn Stücke finden sich auf dem Rundling wieder. Beim ersten, welches lediglich das Intro ist, wird schon klar, das die folkloristischen Elemente diese Mal ein bisschen mehr ins Gewicht fallen. Und daher gilt diese Platte für mich als Referenzwerk von ARKONA und jeder Song kann als Anspieltipp genommen werden, da jeder einzelne verdammt stark ist.
Diesen Backkatalog sollte sich kein Pagan Metalfan entgehen lassen!"
http://www.HANDLEMEDOWN.de
http://www.HANDLEMEDOWN.de Review
(press clip ok)
"“Vo Slavu Velikim” (7,5/10)
Mittelalter-Metal `Made in Russia`, das verfügt doch über einen nicht zu unterschätzenden Exotenbonus. Zumal ARKONA ihre mit kraftvoll weiblicher Stimmgabe intonierten Stücke auch ganzheitlich in ihrer Muttersprache vortragen. Beim niederländischen Label Vic Records hinterließ das Gespann solch umfassenden Eindruck, dass die komplette Discographie der seit 2002 aktiven Band nun auch dem Rest der Welt offeriert wird. Darunter fällt (logischerweise) auch das dritte und bislang letzte Album „Vo Slavu Velikim“, was, sofern man dem Pressematerial Glauben schenken mag, soviel bedeutet wie „Für den Ruhm der Großartigen“. Ihre Sache jedenfalls machen die Musiker bei allem Gewöhnungsbedarf ausgezeichnet. Der folkige Einsatz der klassischen Instrumente, die den gängigen Synthesizer-Klängen hier erstmals den Rang ablaufen, wird keinesfalls überstrapaziert, sondern in einen atmosphärisch dicht gewebten Klangteppich homogen integriert. Selbstredend nicht ohne hergebracht metallene Melodien. Die Besonderheit ergibt sich dabei aus Maria Arhipovas Stimme, die gern in energetisches Geschrei verfällt, was die Gitarren in standesgemäß vertracktem Hauch – wie beim starken Titeltrack – zu erwidern wissen. Wenn es von dieser Combo eine Scheibe zu entdecken gibt, dann definitiv diese."
"“Vozrozhdenie“ (6,5/10)
Das russische Gespann ARKONA hat bei den Verantwortlichen des niederländischen Labels Vic Records diverse Steine im Brett. Anders ist wohl kaum zu erklären, dass das eigene Programm um den gesamten Backkatalog der Folk-Metaller erweitert wird. Darunter findet sich entsprechend auch das unter turbulenten Wehen entstandene Debütalbum „Vozrozhdenie“, das nach dem Einspielen der Demo-Aufnahmen zur Auflösung der Band führte. Frontfrau Maria Arhipova ließ sich davon jedoch nicht entmutigen und produzierte den Erstling eineinhalb später schließlich mit Hilfe der Moskauer Combo ROSSOMAHAAR. Arhipova und ihre Ersatz-Musikanten stützen sich auf russische Sagen, historische Fußnoten und Aberglauben. Mit Folklore, Metal und Synthesizer erzählen sie düstere Legenden, von denen auch ohne Kenntnis der russischen Sprache ausreichend stimmungsvolle Bilder übrig bleiben, um die Platte, deren Titel übersetzt so viel wie „Revival“ bedeutet, eine Empfehlung auszusprechen. Im direkten Vergleich sind die späteren Releases vorzuziehen, allein schon wegen Marias beeindruckenden vokalen Alleingängen. Für Connaisseure des mittelalterlichen, leicht gothischen Metals mit symphonischer Note ist aber bereits dieser gelungene Einstand eine Entdeckung wert."
"„Lepta“ (7/10)
ARKONAs zweite Platte „Lepta“, wie die gesamte Discographie der Russen über Vic Records im Rest der Welt nachgereicht, entstand fast unmittelbar nach Veröffentlichung des wegen zwischenzeitlicher Auflösung verspäteten Debüts „Vozrozhdenie“. Dem gegenüber änderte sich auf den ersten Blick wenig, der dezent gothische Folk-Metal rankte sich noch immer um volkstümliche Mythen und gespenstische Überlieferungen. Als verbessert hingegen ist das Songwriting zu erachten, bei dem Sängerin Maria Arhipova, die bis auf ein männliches Gastspiel die Vocals komplett an sich reißt und Variierungen des Tempos und atmosphärische Übergänge zwischen Melodie und Härte etabliert. Mit dem Verzicht auf ein begleitendes männliches Organ erhält Maria jenen Freiraum, den sie benötigt, um die dunkle Seite ihrer Stimme, die herb dröhnende, die unerbittlich donnernde, heraus zu kitzeln. Mit ihrer Wandlungsfähigkeit gewann die Band insgesamt an Profil und überflügelte den Vorgänger, auch dank des komplexer strukturierten Songaufbaus, ein gutes Stück. Besser sollte es (vorerst) nur mit dem 2005 herausgebrachten dritten Streich „Vo Slavu Velikim“ werden, der ihnen in der Heimat Goldstatus einbrachte. Der Erfolg mag einer Kapelle nicht immer Recht geben, bei solch extravaganten Klängen wie denen von ARKONA lohnt der Selbstversuch ungeachtet aller sprachlichen Barrieren aber unbedingt." November
http://www.HEAVYHARDES.de Review
(press clip ok)
"“Lepta”
Im gleichen Jahr wie das Debut haben die russischen Arkona auch gleich das Folgealbum nachgeschoben, das ebenfalls dieser Tage wieder auf den Markt kommt. Lepta knüpft genau am Debut an. Auf dem zweiten Album der Bandgeschichte wird wieder eine Mischung aus Pagan und Black Metal geboten, der hier zudem das erste Mal mit Zigeuner-Elementen angereichert wird. Ein weiteres Novum ist, dass die Songtitel auch auf Englisch erwähnt werden, während beim Debut nur Kyrillisch Verwendung findet. Die Songs sind sehr abwechslungsreich gehalten, während der Opener "Centuries Are Woven" noch hauptsächlich im Midtempo mit all seinen Varianten gehalten ist, wird auf "A Tale About Anger" gleich mal mächtig Gas gegeben. Masha Scream (Vocals) setzt ihr Organ ein ums andere Mal abwechslungsreich ein, wenn auch gerade zu Beginn der Scheiblette die schwarzmetallischen Growls und Screams vorherrschen. Das sie dabei nicht das Gespür für eingängige Melodien verliert, zeigt am besten "Summer Lightnings Of Our Freedom". Gänzlich anders zeigt sich das folgende "There I Will Be In An Open Space", welches von einem hochmelodischen Riff eingeläutet wird, das ich irgendwo schon einmal gehört habe, mir will es bloß nicht einfallen, wo. Der Song präsentiert sich als sehr eingängig und melodisch, mit treibendem Drumming unterlegt. Von dieser Leichtigkeit ist "Fighter Of The Truth" jedoch entfernt, dieser Song präsentiert sich wesentlich ernster.
Arkona zeigen, wie man weit abseits der ausgetretenen Pagan-Pfade gekonnt Breaks, Tempowechsel und Melodien miteinander verbindet."
"“Vozhrozhdenie”
Nach dem sehr guten Erfolg des aktuellen Werkes Ot Serdca K Nebu haben sich Vic/Soulfood entschlossen, mal eben den kompletten Backkatalog der Russen um Frontröhre Masha für die westliche Welt zugänglich zu machen. Den Anfang macht das Debutalbum aus 2004, Vozhrozhdenie. Schon früh lassen Arkona ihr musikalisches Potential durchblicken, sehr vielschichtig präsentiert sich das Debut. Abwechslungsreicher Pagan Metal, der gelegentliche Ausflüge in Black Metal-Gefilde unternimmt. Anfänglich wiegt einen das epische Intro, untermalt von Keys, noch in Sicherheit, doch dann nimmt "Kolyada" mächtig Fahrt auf, flottes Uptempo und eine eingängige Melodie bilden das Fundament, auf dem Masha ihre Vocals aufbaut. Dabei wechselt der Song mit einer spielerischen Leichtigkeit zwischen flottem Uptempo und epischen Midtempo. Die Vocals von Masha reichen hier von klarem, melodischem Gesang über Screams bis hin zu tiefen Growls, die einer Angela Gussow oder einer Sabina Claasen in nichts nachstehen. In die gleiche Kerbe schlagen die beiden nachfolgenden Songs, ehe man beim Titelsong eine anscheinend bekannte Melodie raushört, erinnern doch die Keys hier an "Tears Of Time" von Crematory. Die Songs sind abwechslungsreich gehalten und verfügen über eine gehörige Portion Epik und auch Theatralik, ohne jedoch ins Kitschige abzudriften. Am besten tritt die Epik beim im langsamen Midtempo gehaltenen "Rus" hervor, bei dem die Vocals von Masha auch eine gewisse Erotik versprühen.
Das Debut zeigt bereits, dass sich Arkona nicht hinter den großen Bands des Pagan Genres zu verstecken brauchen, auch wenn die auf Ot Serdca K Nebu enthaltenen slawischen Parts noch nicht eingesetzt werden." November
http://www.hooked-on-music.de
"“Vo Slavu Velikim“
“Lepta“
„Vozrozhdenie“
Die russische Pagan-Metal-Formation ARKONA um die beeindruckende Frontfrau Mascha existiert bereits seit dem Jahre 2002. Da die in russischer Sprache verfassten Alben naturgemäß hier nicht ohne Weiteres erhältlich sind, kann man froh sein, dass Vic Records nun die ersten drei Scheiben wiederveröffentlicht. Denn es wäre wirklich mehr als schade, wenn diese Silberlinge unbemerkt den Weg alles Irdischen gegangen wären. Der Start von ARKONA war wohl etwas holperig, denn kurz nach der Gründung haben einige Bandmitglieder recht schnell wieder das Weite gesucht. Vielleicht kamen sie mit der Dominanz der Frontsirene Mascha nicht klar? Diese hat jedenfalls schnell Nägel mit Köpfen gemacht und Musiker der Moskowiter Band ROSSOMAHAAR angeheuert, um das erste Album “Vozrozhdenie“ einzuspielen. Dominiert vom tiefen, kehligen Gesang von Mascha, die auch alle Songs komponiert und arrangiert hat, pendelt die Musik zwischen Folk Metal, Gothic und slawischem Pagan Metal. Immer sehr melodisch, kraftvoll und kernig. Instrumental kommt dem Synthesizer noch ein deutliches Gewicht zu, aber dankenswerterweise wurde dieser zielgerichtet eingesetzt, so dass die Sounds gar nicht mal billig oder gar schrottig wirken, sondern die Atmosphäre und Bildhaftigkeit der Stücke angemessen unterstützen können. Noch im selben Jahr, nämlich 2004, und mit selber Besetzung wurde “Lepta“ nachgeschoben, das mit denselben Pfunden wuchert, wie der Vorgänger: Selfmade-Woman Mascha (wieder verantwortlich für Texte und Musik) brüllt sich die Seele aus dem Leib und Blast Beats treffen auf slawische Folklore. Insgesamt wirkt die Scheibe nicht ganz so düster und unheilsschwanger wie der Vorgänger, indem die Melodik noch etwas stärker zum Vorschein kommt, insgesamt aber vielleicht auch ein wenig uneinheitlicher. Dafür gibt es hier ein längeres Stück mit Marena, das in sieben Minuten die gesamte Bandbreite von ARKONA vorzustellen vermag. Ende des Jahres 2005 erschien dann “Vo Slavu Velikim“, das bis dahin ambitionierteste und komplexeste Album von ARKONA und, zumindest von den vorliegenden Re-Releases, ihr Referenzwerk. Hier wurden die vorher benutzten Synthesizer vielfach durch originale Instrumente, wie Gaita (eine Art Dudelsack), Vargan (Maulorgel), Accordeon und weiterem Folkzubehör ersetzt. Dazu konnte man bekannte russische Folkmusiker wie Valdimir Cherepovskiy sowie Wolfenhirt und Hurry von der russischen Pagan Metal Band SVARGA mit ins Boot holen. Insgesamt wirkt hier die Mischung aus Folk und Metal noch runder und in sich schlüssiger, der Klang ist authentischer, was sich letztlich auch im Erfolg der Scheibe (Gold in Russland) niedergeschlagen hat. Dennoch ist ARKONA für hiesige Metalfreunde noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt und daher unbedingt eine Entdeckung wert – insbesondere “Vo Slavu Velikim“. Wer also mal eine andere Variante des Pagan Metal mit slawischem Ursprung hören möchte und wer von Thors Donnergrollen und tobend tumben Wikingern die Nase voll hat, der ist hier an der richtigen Adresse."
http://www.METAL.de
Review “Vozrozhdenie“ (7/10)
(press clip ok)
"Im Zuge der noch nicht wieder abgeebbten Pagan-Welle, werden von Vic Records die ersten drei ARKONA-Alben rereleased. ARKONA gehören zu den bekanntesten Vertretern ihrer Spielart aus Mütterchen Russland. Aushängeschild der Truppe ist die stimmgewaltige Frontfrau Maria "Mascha" Archipowa, die den Songs durch ihren kraftvollen und ausdrucksstarken Gesang auch ihren Stempel aufdrückt. "Vozrozhdenie" ist das Debutalbum der Russen und erblickte erstmals 2004 das Tageslicht. Da damals Maschas Bandmitglieder das Handtuch geworfen hatten, spielte sie es mithilfe von Gastmusikern – hauptsächlich von der Band ROSSOMAHAAR – ein. ARKONA singen russisch, aber das stört keineswegs, sondern passt meines Erachtens sehr gut zu der Musik. Auch die Songtitel und Texte sind in russisch und in kyrillischen Schriftzeichen auf der CD und im Booklet abgedruckt. Musikalisch ist ein gerne verwendeter Vergleich mit FINNTROLL gar nicht so verkehrt. ARKONAs Sound kommt mit hohen Folk-Anteilen aus dem slawischen Sprachbereich. Die Vereinigung dieser slawischen Folklore mit druckvollem Pagan Metal bringt aber den besonderen Reiz mit sich und wird von den Musikern auch gut umgesetzt. Das Songwriting ist gut durchdacht und abwechslungsreich. Auf "Vozrozhdenie" wurden die traditionellen Instrumente noch durch das Keyboard imitiert. Trotzdem klingt es zumeist recht authentisch. Das herausragende Element ist aber ohnehin der Gesang. Maschas Organ ist für eine Frau vergleichsweise tief und mit ungewöhnlich viel Stimmpower und –volumen gesegnet. Dennoch beherrscht sie auch höhere Töne, wie sie im Song "Rus" beweist. Und auch Screams und Growls sind für die variable Sängerin kein Hindernis. Die Stücke leben hauptsächlich von der traditionellen slawischen Atmosphäre, die noch nicht von etlichen Bands bis zum Erbrechen ausgereizt wurde. Natürlich gibt es auch heftigere musikalische Ausbrüche, die die Wurzeln des Black Metal verinnerlichen. Und in besonders opulenten Passagen mit Double-Bass-Attacken und Keyboardteppich schimmert auch schon mal ein Hauch Symphonic Power Metal durch. Das alles wird von ARKONA aber zu einer funktionierenden Einheit zusammengefügt. Es verleiten nicht alle 12 Songs zu Begeisterungsstürmen, doch Ausfälle gibt es ebensowenig. "Vozrozhdenie" ist ein bodenständiges Pagan-Metal-Werk, das sich durch die slawisch-traditionellen Aspekte und durch die starke Sängerin erfrischend von der großen Masse abhebt und das in den letzten vier Jahren noch nichts von seinem Charme verloren hat. Anhängern des folkigen Pagans rate ich zu einer unbedingten Hörprobe."
"„Lepta“ (7/10)
ARKONA ist eine der beliebtesten Pagan Metal-Bands aus dem Osten, was zumindest unseren westeuropäischen Wirkungsbereich angeht. Mittlerweile ist die Gruppe um die charismatische Frontfrau Masha bei Napalm Records unterkommen, nachdem deren letztes Label Sound Age Records offenbar in der Versenkung verschwunden ist. Die ersten drei, übrigens im Underground ebenso unheimlich anerkannten, Alben der russischen Band werden derweil von der holländischen Plattenschmiede Vic Records wiederveröffentlicht. “Lepta“ ist das 2004er Werk, das bereits hier gewohnte Pfade zwischen melodischen Riffs aus modernem Metal und, für viele ungewohnt vordergründige, Folk-Instrumentierung begeht. Wie schon bei dem neuen Album, habe ich auch hier zu bemängeln, dass mir die Scheibe insgesamt zu wenig als Gesamtwerk erscheint, dagegen offenbaren sich dem Hörer hier eine ganze handvoll guter Einzeltitel. Die Songs tragen sowohl lyrisch als auch instrumental ein sehr gut identifizierbares slawisches Gewand, auch wenn sich das textlich lediglich durch die russische Sprache äußert, die ich leider nicht im Geringsten verstehe. Genauso muss verdeutlicht werden, dass die Musik zu jederzeit einen sehr authentischen Charakter aufweist, auch wenn die unmetallischen Instrumente unkonventionell hohe Priorität genießen, was von der reinen Vorstellung her, eigentlich genau das Gegenteil gewährleisten müsste. Jetzt sämtliche Details von “Lepta“ aufzugreifen und durchzukauen, käme etwa einer Einzelanalyse sämtlicher Wikipedia-Artikel gleich, aber dennoch möchte ich auch hier einige Höhepunkte aufgreifen. Da sei zum Beispiel der kurze, aber mit einer sehr getragenen Folk-Melodie verfeinerte, Song “Vyidu Ya Na Volushky“, der zwar zunächst einen recht unbeschwerten Ersteindruck macht, im Kern allerdings eine ziemlich wehmütige Stimmungslage ausdrückt. Ebenfalls eine Erwähnung wert ist, der mit etwas über sieben Minuten längste Song der Platte, der auf den Namen “Marena“ hört und prinzipiell nochmals all das vereint und auf den Punkt bringt, was ARKONA ausmacht. Der letzte Song “Oi, To Ne Vecher…“, der eigentlich ein gecoverter russischer Folk-Song ist, könnte genauso gut auch kompositorisch von ARKONA stammen, was dahingehend auch ein Stück weit den Beweis erbringt, dass dieser Musikerzusammenschluss recht authentisch zu Werke gehen muss. Letztlich bleibt auch hier ein ansprechendes Pagan/Folk-Album, dem zwar meines Erachtens etwas die Einheit fehlt – dafür punktet es dann mit starken Einzeltiteln."
"„Vozrozhdenie“ (7/10)
Im Zuge der noch nicht wieder abgeebbten Pagan-Welle, werden von Vic Records die ersten drei ARKONA-Alben rereleased. ARKONA gehören zu den bekanntesten Vertretern ihrer Spielart aus Mütterchen Russland. Aushängeschild der Truppe ist die stimmgewaltige Frontfrau Maria "Mascha" Archipowa, die den Songs durch ihren kraftvollen und ausdrucksstarken Gesang auch ihren Stempel aufdrückt. "Vozrozhdenie" ist das Debutalbum der Russen und erblickte erstmals 2004 das Tageslicht. Da damals Maschas Bandmitglieder das Handtuch geworfen hatten, spielte sie es mithilfe von Gastmusikern – hauptsächlich von der Band ROSSOMAHAAR – ein. ARKONA singen russisch, aber das stört keineswegs, sondern passt meines Erachtens sehr gut zu der Musik. Auch die Songtitel und Texte sind in russisch und in kyrillischen Schriftzeichen auf der CD und im Booklet abgedruckt. Musikalisch ist ein gerne verwendeter Vergleich mit FINNTROLL gar nicht so verkehrt. ARKONAs Sound kommt mit hohen Folk-Anteilen aus dem slawischen Sprachbereich. Die Vereinigung dieser slawischen Folklore mit druckvollem Pagan Metal bringt aber den besonderen Reiz mit sich und wird von den Musikern auch gut umgesetzt. Das Songwriting ist gut durchdacht und abwechslungsreich. Auf "Vozrozhdenie" wurden die traditionellen Instrumente noch durch das Keyboard imitiert. Trotzdem klingt es zumeist recht authentisch. Das herausragende Element ist aber ohnehin der Gesang. Maschas Organ ist für eine Frau vergleichsweise tief und mit ungewöhnlich viel Stimmpower und –volumen gesegnet. Dennoch beherrscht sie auch höhere Töne, wie sie im Song "Rus" beweist. Und auch Screams und Growls sind für die variable Sängerin kein Hindernis. Die Stücke leben hauptsächlich von der traditionellen slawischen Atmosphäre, die noch nicht von etlichen Bands bis zum Erbrechen ausgereizt wurde. Natürlich gibt es auch heftigere musikalische Ausbrüche, die die Wurzeln des Black Metal verinnerlichen. Und in besonders opulenten Passagen mit Double-Bass-Attacken und Keyboardteppich schimmert auch schon mal ein Hauch Symphonic Power Metal durch. Das alles wird von ARKONA aber zu einer funktionierenden Einheit zusammengefügt. Es verleiten nicht alle 12 Songs zu Begeisterungsstürmen, doch Ausfälle gibt es ebensowenig. "Vozrozhdenie" ist ein bodenständiges Pagan-Metal-Werk, das sich durch die slawisch-traditionellen Aspekte und durch die starke Sängerin erfrischend von der großen Masse abhebt und das in den letzten vier Jahren noch nichts von seinem Charme verloren hat. Anhängern des folkigen Pagans rate ich zu einer unbedingten Hörprobe."
"“Vo Slavu Velikim!”
Der Name „Arkona“ dürfte jedem Fan von Folk / Pagan Metal ein Begriff sein, so wird die 2002 gegründete Combo doch als einer der heißen Aufsteiger auf ihrem Sektor gezählt. Ihre Qualitäten konnten sie zum Beispiel eindrucksvoll bei einem umjubelten Auftritt auf dem letzten Ragnarök – Festival beweisen. Bei Newcomern aus dem Ausland besteht häufig das altbekannte Problem: Wie ohne übermäßigen Aufwand an die CDs rankommen? Vic Records haben sich nun an die Lösung für dieses gemacht und veröffentlichen den gesamten Backkatalog der 4 Russen um Frontröhre Masha europaweit. Mit dabei ist auch das Album „Vo Slavu Velikim!“, welches in Russland sogar mit Goldstatus ausgezeichnet wurde! Auf diesem wird dem Hörer eine interessante Mischung aus russischen Folklore-Parts mit schnellen Pagan Metal Attacken geboten. Getragen wird die Musik dabei vor allem von der charakteristischen Stimme Masha's. Jene trägt den Beinamen „Scream“ nicht umsonst; neben klar gesungenen Folk-Parts versteht sie sich auch darauf, ihre Stimmbänder in schönster Angela Gossow Manier zu malträtieren. Dabei präsentiert sie ihre russischen Texte voller Inbrust und Ausdrucksstärke und offenbart das volle Potential ihrer gigantischen Stimme. Ich fasse es knapp zusammen: So 'ne geile Gesangsleistung habe ich schon lange nicht mehr gehört. Hut ab!
Doch auch der instrumentale Background hat es schwer in sich. Hier experimentiert die Gruppe (zusätzlich zu den Instrumenten, die man generell braucht um Metal zu komponieren) mit allem, was es an ursprünglicheren Instrumenten gibt und kreiert damit ein zu 100% stimmiges Klanggewand. Dabei wirken die Songs nicht so überladen wie bei Genrekollegen und bleiben trotzdem heavy as fuck! Des Weiteren wirkt der Sound weitaus reifer und weniger albern und verspielt, als zum Beispiel bei Finntroll und Konsorten, lädt jedoch trotzdem zum Tanzen ein. Wer sich eher zur headbangenden Fraktion zählt, braucht nun allerdings nicht zurückschrecken, denn auch ihr werdet dazu genügend Gelegenheit finden. Es ist also für jeden etwas in diesem vorzüglichen Gemisch enthalten. Wenn man als Redakteur nur solche Scheiben serviert bekäme, wäre das Leben doch ein einziger Ponyhof – pardon ein einziger heidnischer Ponyhof. Die größte Frage, die sich mir nach dem Hörgenuss aufwirft, ist nicht, ob die Scheibe ihr Gold verdient hat, sondern eher, wieso es nur Gold geworden ist! Jedem Fan heidnischen Metals kann ich nur mit einem dezenten Arschtritt auf dieses zeitlose Meisterwerk stoßen. Ich selbst kenne nur wenige Platten, die Folk und Pagan Metal so perfekt kombinieren und dabei nicht einfach den Soundtrack für ein kräftiges Gelage liefern." October
""Vo Slavu Velikim" (9/10)
Zwischen dem zweiten Album "Lepta" und dem dritten "Vo Slavu Velikim" lag mehr Zeit als zwischen dem Debüt und dem Zweitwerk. Gegen Ende 2005 wurde dieses dritte Album veröffentlicht und genau wie die ersten beiden wird auch dieses vom niederländischen Label Vic Records wiederveröffentlicht. Musikalisch gibt es eine sehr wichtige und positive Veränderung: anstatt der bisher verwendetetn Samples, wurden hier verstärkt echte völkische Instrumente verwendet. Als Gastmusiker wurde ein berühmter russischer Folk-Musiker herbeigeholt, Vladimir Cherepovskiy. Und diese Neuerung machte den Sound von ARKONA noch glaubwürdiger. Die melodischen Passagen der Songs klingen nun lebendiger und organischer als sie es vorher getan haben, was man eigentlich nicht für möglich gehalten hätte, ist bei "Vo Slavu Velikim" eingetreten: beser als alles Bisherige, was die Russen bisher veröffentlicht haben. Musikalisch geht es wieder mehr in die Richtung des Debüts. Maria hat es wieder geschafft eine sehr gute Mischung aus brutalen Passagen mit Scream-Vocals und melodischen mit cleanem Gesang zu erschaffen. Fazit: Drei sehr gute Wiederveröffentlichungen einer sehr guten und authentischen Pagan / Folk Metal Band aus Russland. Dieses Land hat neben ARKONA noch mehr Perlen in diesem Genre zu bieten. Wenn ihr diese Band noch nicht kennt, holt euch die Re-Releases und lernt sie kennen und dann taucht ein in die Welt des russischen Pagan Metals."
""Lepta" (6,5/10)
Nur wenige Monate später, nämlich im Dezember 2004, folgte dann das zweite Werk von ARKONA, welches auf den Namen "Lepta" hört. Nach dem ersten Durchlauf fällt neben der kürzeren Spielzeit vor allem die Härte des Albums auf. Maria screamt öfter als sie es noch auf dem Debüt getan hat. Songtechnisch haben wir es hier mit sieben Songs, einem Outro und einem Bonustrack zu tun. Was die Songs angeht, geht man wieder in die Richtung des Debüts. Musikalisch wird dem Hörer wieder hochmelodischer Pagan Metal geboten, der diesmal jedoch ein bisschen härter aus den Boxen kommt als noch zuvor. Wie schon angesprochen ist vor allem der Anteil an Scream-Vocals höher, was einen Großteil der Härte ausmacht. Leider fällt aber auch auf, dass dieses Album sehr schnell aufgenommen wurde. So klingen die Songs für meinen Geschmack, teilweise etwas unfertig und einfach zu schnell aufgenommen. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass "Lepta" nicht an das Debüt herankommt. Fazit: Das zweite Album kam sehr schnell und genau da liegt wohl der Fehler. Das zweite Werk wirkt unfertig und es kann einfach nicht wirklich überzeugen. Klar ist es besser als vieles, was von anderen Bands je veröffentlicht wird, aber gege das sehr guten Debüt, kann es nicht anstinken."
""Vozrozhdenie" (8/10)
Vielen Pagan-Metallern unter euch sind ARKONA inzwischen vielleicht ein Begriff. Einige deutsche Auftritte und das in diesem Jahr veröffentlichte vierte Werk der Russen "Ot Serdca K Nebu", welches über Napalm Records rauskam , dürften ihren Beitrag geleistet haben. 2002 in Moskau gegründet, wurde 2004 das Debütalbum "Vozrozhdenie" aufgenommen und veröffentlicht. Dieses und die folgenden zwei Alben werden nun vom niederländischen Label Vic Records weltweit wiederveröffentlicht. Meiner Meinung nach eine verdammt gute Wahl, denn ARKONA haben definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Man kann der Band um Frontfrau Maria "Scream" Arhipova wirklich attestieren, dass sie sehr authentischen Pagan / Folk Metal spielt. Ihre Inspirationen kommen aus der Geschichte ihres Landes und recht oft werden auch slawische Parts in die Songs mit eingefügt. Das Debütalbum strotzt nur so vor Melodie und Härte. Pagan-typische Melodien, hervorgerufen durch allerhand typische Instrumente und der Wechselhafte Gesang von Maria bilden das Grundgerüst für ein wahres Meisterwerk dieses Genres. Vom Gothic-ähnlichen Sound geht es über in schwarzmetallische Gefilde, um wieder in den Schoß des melodischen Pagan Metals zu tauchen. Ein Wechselbad der Gefühle, aber stets bodenständig und glaubwürdig. Fazit: Das Debütalbum von ARKONA ist eine Reise in das alte Herz des slawischen Russland, sowohl musikalisch als auch textlich. Auch wenn dieses Album erst vier Jahre alt ist, lohnt sich dieses Re-Release für alle Pagan-Metaller da draußen!"
Review (6,5/7)
"“Vo Slavu Velikim“
"Russischunterricht III"
Willkommen zum Russischunterricht Teil III. Wie bei den letzten beiden Sitzungen heißt unser heutiger Patient ARKONA. Die russische Pagan-Folk-Metal-Band bläst zum Angriff auf die heimischen Plattenregale. Mit dem Re-Release von „Vo Slavu Velikim“ erscheint also das dritte Album der Band noch einmal. Nach den beiden ersten Hammerwerken stellt sich die Frage, ob auch der dritte Schlag voll auf die Zwölf geht oder ob nach soviel Einfallsreichtum nun die Luft draußen ist. Also CD in Player und voller Spannung abwarten, was Frontfrau Masha und die anderen auf diesem Album niederschmettern. Nach dem Intro geht es weiter mit „Skvoz' Tuman Vekov“, der ARKONA in ihrem typischen Stil zeigt. Trotz der Tatsache, dass man auf den Vorgängeralben eine ganz eigene Note aus russischem Pagan Metal in der Verbindung mit Mashas Stimme geschaffen hat, zeichnen sich auch hier Neuerungen auf. Das Tempo ist teilweise etwas gedrosselt, noch mehr Akkordeon und Flöte, die dem Ganzen eine noch positivere und fröhlichere Stimmung verleihen. Natürlich präsentiert man sich auf den vierzehn Tracks wieder vielseitig. Von Folkballaden bis hin zu Blast Beat Black Metal setzt sich die Band erneut perfekt in Szene und lässt nichts anbrennen. Mit „Rus' Iznachal'naya“ lässt man sogar, trotz der Sprache, ein Lied mit großem Wiedererkennungswert aus dem Sack, welches einen verleitet, eine Sprache zu singen, von der kaum einer hier zu Lande ein Wort verstehen dürfte. Langweilig wird das Album durch Kracher wie „Po Syroi Zemle“ und „Vosstanie Roda“ ganz sicher nicht. Einmal mehr ein wunderbares Album, das sich gleichermaßen in die bisher exzellente Diskographie der Band einreiht. ARKONA geben auch auf ihrem dritten Album wieder einen ganz eigenen Touch von sich, der sich von der Masse eindeutig absetzt! Das Fazit zu „Vo Slavu Velikim“ fällt deswegen auch sehr einfach aus. Für Liebhaber der oben genannten Genrearten ist auch das dritte Album wärmstens zu empfehlen. ARKONA sind vielseitig und bringen neuen Wind in die doch zurzeit manchmal eintönige Folkwelle. Immer noch ein heißer Untergrundtipp, auch wenn es an dieser Stelle ein weiteres Mal wehtut, eine Band mit so großer Eigenständigkeit und Potential als Untergrundband zu empfehlen, da das leider, meiner Meinung nach, nur mit der Herkunft und der Sprache zu tun haben kann."
"„Vozrozhdenie“
"Russischunterricht I"
Folk/Pagan-Fans aufgepasst! Heute wird an dieser Stelle ein ganz besonderer Leckerbissen angeboten, für alle, die auf die eben genannte Musik stehen oder ansatzweise etwas damit anfangen können. Die Reise führt heute ins tiefe Russland. Ja richtig, nicht nach Skandinavien, sondern nach Russland! So erreichen uns dieser Tage gleich drei Re-Releases der Band ARKONA. Für viele an dieser Stelle wohl ein unbeschriebenes Blatt, welches nun erst einmal mit einem Namen verziert wurde. ARKONA beackern also die Folk/Pagan-Ecke – man darf meinen, dass man dieser Tage genug davon hat – darum soll an dieser Stelle gesagt werden, dass ARKONA nicht gewöhnlich sind. Neben der Tatsache, dass man sich traditioneller Musik verschrieben hat, spielen die Punkte, dass man in Russisch vorträgt und eine Frau singt, die gleichzeitig das Ruder in den Händen hält, eine gravierende Rolle. Dass die Band in Russisch singt und somit auch kyrillische Buchstaben in Text sowie auf Internet-Präsenz nutzt, macht die Sache nicht immer ganz einfach, doch einmal ganz vorne angefangen. In unserem Alphabet lautet der Titel des Erstlings „Vozrozhdenie“ und bildet das erste von vier Alben, die die Band seit 2004 auf den Markt gebracht hat. Drei dieser Werke bringt man dieser Tage als Re-Release in die Läden und so bietet sich an dieser Stelle die Gelegenheit, in die Welt von ARKONA einzutauchen. Die CD beginnt mit dem fast siebenminütigen Track „Kolyada“, welches ARKONA von einer Glanzseite präsentiert, jedoch noch nicht alle Fassetten der Band aufdeckt. In den ersten Sekunden hört man ein wunderschönes Intro, das einen sofort in eine andere Welt entführt, ehe es in die Vollen geht. Abwechslungsreich und im Hochgeschwindigkeitstempo [Speed-Metal] feuert die Band einen Track ab, der nur danach schreit, gehört zu werden. Sängerin Masha gibt sich dabei unheimlich eindrucksvoll und markant. Doch Masha ist nicht nur dafür da, eine markante raue Stimme an den Tag zu legen, nein, auch jeder gesprochene Part und fast alle Black/Death Growls sind von ihr eingesungen [Beispiel „Vozrozhdenie“] [Sollte ich mich nicht irren, ist sie auf diesem Album ebenfalls für die Flöte zuständig]. Die Band beackert dabei jedes Tempo, von Ballade [Rus'] über Power/Speed [„Kolyada“] bis hin zu Black Metal Blast Beat Orgien [„Pod Mechami „] ist alles dabei. Unheimlich eindrucksvoll und ergreifend sind hierbei die Instrumente in Verbindung mit Mashas Stimme. Ob nun durch Flöte, Geige oder einfach nur durch Keyboard-Sounds – man fühlt sich zu jeder Sekunde in einer ganz anderen Welt – eine Welt, in die ARKONA entführen wollen. Mein Fazit zu „Vozrozhdenie“ von ARKONA fällt wie folgt aus: Auf ihrem Debüt schafft es die Gruppe um Frontfrau Masha, alle Register zu ziehen und ein musikalisch perfektes Werk hinzulegen, welches an Abwechslung, Ideenreichtum und Stimmung seines Gleichen sucht. Abzüge gibt es lediglich für das Drumherum. Die Produktion ist selbst beim Re-Release nicht unbedingt eine Glanzleistung, jedoch ist die zu verschmerzen. Ein weiterer Vorteil wäre es, wenn im Booklet nicht nur kyrillische Buchstaben, sondern vielleicht unser Buchstabensystem benutzt würde. Zumindest eine englische Version neben jedem Text würde die Sache viel einfacher und für manche viel interessanter machen. Letzter Punkt sollte eigentlich nicht stören, muss jedoch angesprochen werden. Mir persönlich gefällt es, doch ich muss zugeben, man muss sich daran gewöhnen, dass jemand auf Russisch singt. Das kann einen schon am Kaufen hindern, sollte es meiner Meinung nach aber nicht! Alles in allem eine runde, wunderbare Sache. Fraglich ist nur, warum man Könner wie ARKONA nach vier Alben als Untergrundtipp weiterleitet, während Bands wie AMON AMARTH und KORPIKLAANI für jedes Fingerschnippen aus der Hand gefressen wird [Damit soll nicht gesagt sein, dass AMON AMARTH/ KORPIKLAANI schlechte Musiker sind oder gar schlechte Musik machen!]. Am Ende eben wie in allem, wie immer eine Frage des Geschmacks…"
"„Lepta“
"Russischunterricht II"
Ring frei zur Runde zwei der Wiederveröffentlichungen von ARKONA. Mit „Lepta“ schickt man das zweite Album der Band noch einmal ins Rennen. Schon das Coverartwork zeigt sich in einem ganz anderen Gewand als das Debüt. Kreativkopf Masha „Scream“ hält bei diesem Album einmal mehr das Ruder in den Händen und kümmert sich um alle Texte sowie die Musik. Dazu singt sie, brüllt sich die Seele aus dem Leib und spielt zugleich noch Flöte sowie Keyboard. Reife Leistung, doch die Frage ist, können ARKONA die starke Leistung vom Debüt übertreffen, oder hat man dort bereits sein Pulver verfeuert? Also ab mit der CD in die heimische Anlage und testen, was ARKONA auf ihrem zweiten Album abliefern. Mit „Sotkany Veka [Centuries Are Woven]” liefert man auch gleich den ersten Song, zu dem man eine Menge Feinheiten ausmachen kann. Immer noch vielseitig und spielerisch feuert man einen Song ab, der tempovariierend sofort einschlägt. Die Stimme von Masha knallt einen um die Ohren und die Folklore Einflüsse geben dem Ganzen einen ganz eigenen Stil. Im nächsten Track „Lepta o Gneve [A Tale About Anger]” gibt’s kein Halten mehr. Blast Beats und eine Masha, der man lieber nicht im Dunklen begegnen will, keift sich die Seele aus dem Leib. Wieder schaffen es ARKONA, unglaublich viele Einzelheiten auf eine Platte zu packen. Zu entdecken gibt es immer etwas, egal wie oft man die Platte hört. Im Grunde ist die Band sich ihrem Stil treu geblieben und doch schafft man es, sich nicht selbst zu kopieren. Die Stimmung auf dem Album erscheint mir etwas fröhlicher als auf dem Vorgänger und nicht zuletzt die unheimlich vielen Instrumente [Flöte, Keyboards, Akkordeon, Geige usw.] lassen immer wieder Spielraum für neue Ideen und Melodien. Jedes Stück steht an dieser Stelle für sich und bildet zusammen mit den anderen Liedern ein wundervolles Gesamtwerk ohne Ausfall. Alles in allem: ARKONA schaffen es auf „Lepta“, das Niveau vom Vorgänger zu halten. Ob man die Stimmungsveränderung nun mag oder nicht, bleibt am Ende jedem selbst überlassen. Der Band jedoch daraus einen Strick zu drehen, wäre an dieser Stelle unangebracht. Abwechslungsreich und voller Spielfreude, ist diese CD einmal mehr ein Untergrund-Tipp für alle, die etwas Abwechslung im heimischen Plattenschrank gebrauchen können, denn einzigartig sind ARKONA allemal."
"“Vo slavu velikim“
Russland ist ein schönes Land!
Wie viele Bands aus diesem Gefilde berühren uns immer wieder mit unheimlich guter Musik welche unter die Haut geht. Butterfly Temple, Nomans Land, Pagan Reign, Rossomahaar, Nevid, Kalevala, Svarga z.B. sind nur ein paar welche jedes Heidenherz zum erweichen bringen.
Eine Band schaffte es in den letzten Jahren auch in dieser Hinsicht immer mehr an Bedeutung zu gewinnen: ARKONA. Zuerst gesehen auf dem Ragnarök verzauberten sie mich, viele Konzerte und auch CD-Anschaffungen folgten, wie auch mal ein persönliches Treffen mit Konzertveranstalter Maris und Sängerin Masha. Leider mangelte etwas an der Kommunikation untereinander, Maris ein Tscheche, Ich mit meinem Englischkentnissen und die Mitglieder von ARKONA mit ihrem Russisch … Nein sie sprechen kein bzw. kaum Englisch! So gab es in Lichtenstein leider kein Spontaninterview aber immerhin eine kleine Trinkgemeinschaft die sich mit den Worten Nastrovje, Skall und Prost verständigte. Aber jetzt mal weg von meinen Erfahrungen (Die könnt ihr bei diesen handzahmen Russen selber machen ^^). Mit ihrer Unbeschreiblichen Hingabe zur Musik schafften sie ein Meisterwerk nach dem anderen. Seit 2002 haben sie ihre Demo „Rus“ und 5 unvergessliche Alben hervorgebracht, unter anderem auch „Vo Slavu Velikim“ welches sie schon erstmals 2005 veröffentlichten. Inhaltlich werden großteils alte slawische Sagen und Begebenheiten aus dem überlieferten Russland besungen. Doch auch viele Instrumente bleiben historisch und außergewöhnlich bis ich weiß nicht was das ist. Von Flöten, einem Schellring bis übers Akkordeon ist alles dabei. Natürlich fehlt es aber auch nicht an harten und kreativen, einfach genialen Gitarrenriffs, einem unvergleichlichen Schlagzeuger und nicht zu vergessen Mashas brillante und absolut vielseitige Stimme! Dieser kleine Wirbelwind singt jedes gestandene Mannsbild mit links an dich nächste Wand, wo sonst nur die Wodkagläser Dschingis Kahn´s zerschellen! Vom Intro „Kolymika“ bis zum Ende mit „Sila Slavnyh“ versinkt man einfach in einer Welt der Magie, Sehnsucht, Hoffnung und sagenhaften Ereignissen. In jedem weiteren Lied zeigen ARKONA wie sie sich entwickelt haben. Immer wieder fesseln mich Lieder wie „Skvoz' Tuman Vekov“, eigentlich ist die Musik unbeschreiblich, trotzdem versuche ich es mal. Passagen begleitet von Flötentönen und Akkordeon zu welchen man unbedingt mit dem Kopf wackeln muss und wenn Masha (ihr Spitzname lautet „schrei“) dann von einem gefühlvollen Gesang zu eiskalten, rauen Kriegstönen umschwenkt, haut es auch den letzten Trunkenbold aus seinem Stuhl, um den schwummigen Kopf zu diesen beachtlichen Melodien kreisen lassen. Der Song „Vo Slavu Velikim“ (For the Glory of Great), welcher dem Album seinem Namen gab, ist das Herzstück des Albums, von traurig bis aggressiv, von nachdenklich bis feierlich birgt dieses Lied einfach alle Emotionen in sich. Hrrr einfach genial. Was natürlich nicht fehlen darf ist eine herzzerreißende Ballade, und so wird „Tuman Yarom“ von einer Drehleier begleitet, gefühlvolle Schläge auf dem Schlagzeug entführen einen Jeden in eine nachdenkliche, sentimentale Welt.
„Velikeden“, ein rein instrumentelles Stück, spiegelt ein wunderschönes Waldkonzert wieder, welches mit sehr schönen Ideen und sehr real umgesetzt wurde. Mein persönliches Lieblingslied auf dieser CD ist jedoch „Vosstanie Roda“, ein sehr abwechslungsreiches und mitreißendes Stück, welches zwischen schnell-geraunten und melodisch-ergreifenden Stellen und über wunderbare Gitarrenriffs verfügt… Nach unglaublichen 14 Liedern und über einer Stunde geht leider auch diese CD zu Ende, das ist ja nicht so schlimm, es gibt ja noch mehr CDs von unsern guten russischen Freunden, welche auch gleich in meiner Anlage rotieren werden. So hebt eure Hörner und schenkt ARKONA einen angemessenen Tribut! Ich kann euch gar nicht sagen wie oft ich diese Scheibe schon gehört habe, Jahrein, Jahraus, auf Konzerten und sonst wo - man muss es einfach immer wieder tun! Tut es auch und lasst euch mitreißen! Damit verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal…."
http://www.MUSIC-SCAN.de
Review (7,5/10)
‘Vo Slavu Velikim’
"Immer, wenn man meint schon alles gesehen und vor allem gehört zu haben, kommt eine Band daher und reißt die sorgsam abgeschottete Welt wieder ein. Vielleicht war es allerdings auch nur eine Frage der Zeit, bis die erste russische Pagan-Folkmetal-Band auf den europäischen Markt drängt. Doch allein mit der slawischen Herkunft ist der Exotik noch nicht Genüge getan, denn bei ARKONA handelt es sich zudem noch um eine weiblich angeführte Truppe. Vorliegendes Album beinhaltet nun den gesamten Backkatalog der Band und schnell wird eines klar: Zwar mag die Band noch mit einem gewissen Exotenbonus unterwegs sein, doch den hat sie im Grunde eigentlich nicht nötig, denn die Songs unterscheiden sich in Anlage und vor allem im Niveau keinen Deut von zentraleuropäischen Releases. Natürlich ist bei Melodieführung und ebenso beim Gesang (man sollte schon Russisch können, um die Texte zu verstehen) ein starker russischer Einfluß erkenn- und hörbar, dennoch erinnern ARKONA zu jedem Zeitpunkt an gelungene Scheiben der Konkurrenz. Das Niveau ist hoch, die Sprache vielleicht noch ein wenig gewönungsbedürftig, aber insgesamt stehen diese Songs (vierzehn an der Zahl) vergleichbaren Bands in nichts nach, ein gelungener Spagat zwischen Tradition und unterhaltsamer Metalschlagseite."
"“Vo Slavu Velikim“ (10/15)
Die dritte Scheibe der Russen knüpft eigentlich nahtlos an das glänzende Debüt an und ist wieder ein gutes Stück stärker, als das schwächere Zweitwerk "Lepta". Vielleicht damals zu schnell auf das Debüt erschienen,ließ man sich im Lager der Pagan- und Folk-Metaller zwar kaum mehr Zeit, doch knüpfte man, was Melodien und Songstrukturen anging, wieder an die schönen Kompositionen von "Vozrosdenie" an. Frontsirene "Maria", die ihre drei Jungs sicherlich gut im Griff hat, screamt sich durch eine gute Stunde Viking-Metal, der mit seinen extremen Vocals wieder äußerst mächtig und erhaben daher kommt. Arkona war übrigens eine altertümliche Tempelbefestigung der Slawen auf Rügen, die 1168 von den dänischen Invasoren zerstört wurde. Ich bin der Meinung, dass der zusätzliche Reiz dieses Albums auch darin besteht, dass die künstlichen Synthesizerklänge vollständig in die Tonne getreten wurden und sich die Band auf frühere volkstümliche Instrumente besann, die den Songs viel besser zu Gesicht stehen und sich mit der eher harten russischen Sprache bestens ergänzen. Nicht zuletzt wurde die Band für dieses Album mit dem Goldstatus in Russland belohnt. Für mich ist dieses dritte Album letztendlich einen Tick besser als das Debüt, wobei beide aber absolut empfehlenswert sind."
"“Lepta“ (8/15)
Das zweite Album der Russen setzt den eingeschlagenen Stil, der Vermischung von Pagan, Folk und Metal fort und erblickt im Dezember 2004 das Licht der Welt. Sängerin und Bandchefin Maria "Scream" Arhipova hatte ziemlich schnell neue Songs geschrieben, um den Nachfolger des viel gepriesenen Debüts nicht auf die lange Bank zu schieben. Im Ergebnis ist die Dichte der überragenden Songs nicht mit dem Erstling vergleichbar und leichte Abnutzungserscheinungen bei den Songstrukturen sind meiner Meinung nach auch festzustellen. Gelichwohl dürften die Jünger des Genres auch an diesem Werk ihre Freude haben, denn Songs wie "Chiornie Debrie Voini" oder "Voin Pravdi" knallen nach wie vor und die außergewöhnliche Instrumentalisierung, mit den Flöteneinsätzen von Maria, haben nach wie vor ihren Reiz. Das brave Coverartwork mag etwas täuschen, denn auch "Lepta" weiß eine Symbiose aus Gut und Böse herzustellen. Ein besonders Schmankerl besteht sicherlich darin, dass man den ehemaligen BUTTERFLY TEMPLE Sänger Les'yar als Gastsänger und Textschreiber für den Song "Zarnitsy Nashei Vobody" gewinnen konnte."
"“Vozrosdenie“ (10/15)
Das Aushängeschild der russischen Band ARKONA ist zweifellos Masha "Scream", Sängerin und Mittelpunkt aller Bandfotos. Ihre Stimme ist räudig, kraftvoll und angsteinflößend, einfach Metal, dabei ist sie aber auch zweifellos Blickfang und einfach gutaussehend. Im Lichte des aktuellen Albums, veröffentlicht die alte Plattenfirma die ersten drei Alben der Band, die eine gekonnte Mischung aus Pagan, Folk und Metal zelebriert, wobei neben den gewöhnlichen Instrumenten, auch eine Flöte verwendet wird, die teilweise aber auch etwas nervend wirkt und einen spärlicheren Einsatz verdient hätte. Die vier Musiker sind auf alle Fälle alle Meister ihrer Instrumente und haben ein Gefühl für eingängige Songstrukturen.
Die launigen Melodien werden dabei mit Black-Metal-Elementen aufgepeppt, wobei mir bei dem gutklassigen Material manchmal etwas die Abwechslung fehlt. Auch würde ich mir wünschen, dass die Gitarre etwas mehr in den Vordergrund gemischt wäre, und die Songs somit kraftvoller erscheinen würden. ARKONAs Musik fließt einem sehr schnell ins Ohr und wirkt nachhaltig, durch die Vielschichtigkeit mit der das Material präsentiert wird. Dennoch läuft die Musik auf Dauer Gefahr, etwas langweilig zu werden, da sich manche Songs doch ähneln, was nichts an der kraftvollen Ausdrucksstärke dieses Albums ändert."
http://www.POSSESSED.de
Review
"„Vo slavu velikim“
Jaja, da haben sicherlich einige Pagananhänger drauf gewartet, könnte ich mir vorstellen. Die Musikrichtung wird ja immer beliebter, warum auch immer und die Russen von Arkona sind einer der Helden dieser Richtung, denn sie waren sogar mir ein Begriff. Nun bringt das Label "VIC Records" den ganzen Backkatalog erneut heraus unter anderen auch diese Veröffentlichung namens: "Vo Slavu Velkin" ( For the glory of the great ones), welche im Jahre 2005 das Licht der Welt erblickte. Aushängeschild ist die rontfrau Masha, aber auch musikalisch haben sie es drauf, auch wenn mir die gesamte Musikrichtung nicht unbedingt zusagt. Die 14 Songs bieten uns feinsten Pagan Metal russischer Natur. Mit der Mischung aus herrlichen Folkklängen und absolut gelungener Melodien macht man echt nichts verkehrt, selbst nicht Liebhaber dieser Richtung werden in ihren Bann gezogen, so war es zumindestens bei mir. Abwechslungsreich und trotzdem Eingängig, das gelingt nicht jeden. Die Arrangements sind sehr Metallastig und das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Erst nach mehrfachen Hören bemerkt man den Tiefgang, den diese Songs inne haben. Durch die eingebauten Instrumentalstücke entsteht eine herrliche und träumerische Atmosphäre. Guter Pagan/Folk Metal."
http://www.rocktimes.de
“Vozrozdenie“
"Das historische Arkona befindet sich auf der Ostseeinsel Rügen. Hier gab es vom 6. bis zum 12. Jahrhundert eine slawische Kultstätte, gewidmet dem vierköpfigen Kriegsgott Swantewit. Der dänische König Waldemar I zerstörte den Tempel im Jahr 1168 im Zuge der Christianisierung, so dass mittlerweile nur noch Ruinen vorhanden sind, die zudem durch Meer und Wind weiter abgetragen wurden. Bedingt durch die Lage an der nördlichen Steilküste gibt es dort heute Leuchttürme, auf dem Gelände wurden auch schon Bunker gebaut (Wehrmacht, NVA) und die Gegend gilt als beliebtes Touristenziel. Arkona wurden 2002 von der Sängerin Maria Masha Arichipowa und dem Schlagzeuger Alexander Korolew, der inzwischen nicht mehr dabei ist gegründet, zunächst unter dem Namen Hyperborea, den sie schon bald in Arkona änderten. Ende des Jahres wurde das Demo "Rus" veröffentlicht. Nachdem sie 2003 einige Auftritte absolviert hatten, verließen die Mitglieder die Band bis auf Gründerin Maria. Die beschloss alleine weiterzumachen mit den Mitstreitern ihres Side-Projekts Nargathrond. 2004 schrieb sie die Songs für das Debüt-Album "Vozrozdenie", welches sie mit Unterstützung von Musikern von Rossomahaar einspielte. Der Titel bedeutet auf deutsch 'Wiedergeburt', was einen gewissen Gegensatz zum Booklet der CD darstellt, welches sich martialisch gibt, passend zum geschichtlichen Hintergrund: Fotos mit Schwert und Kettenhemden, die Farben sind düster-grau gehalten. Warum nun beim Re-Release das gemalte Szenenbild gegen ein Foto von Maria ausgetauscht wurde entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht weil genau dieses Motiv überall in den Medien abgebildet war. Vielleicht lag es aber auch daran, dass auf dem Original ein Sonnenrad mit dabei war, ein eigentlich positives altes heidnisches Symbol, was leider durch jüngere Vergangenheit kritisch eingestuft wird. Die von Sängerin Marias dominanter Stimme geprägte Musik verbindet Metal mit traditionellen slawischen Elementen, so wie es im Moment ziemlich im Trend liegt, vor allem bei finnischen Bands. Ähnlichkeiten zu Finntroll und Korpiklaani sind durchaus vorhanden, wobei sie sich doch von der finnischen Folklore unterscheidet. Arkona klingen nicht ganz so nach besoffenen Trollen, sondern etwas ernsthafter, so wie auch die russische Folklore allgemein düsterer ist als die skandinavische. Die Band legt Wert darauf, alte Original-Melodien ebenfalls mit einzubauen, insbesondere bei dem Keyboard, welches von Maria bedient wird. Die Musik klingt dadurch für westliche Ohren schon etwas ungewohnt, aber reizvoll. Das Tempo variiert häufig, wobei es sich schon meistens im flotten Bereich bewegt. Nachteil ist, dass selbst bei mehrmaligem Hören recht wenig hängen bleibt und die Spannung hält sich nicht über die gesamte Spielzeit. Bei mehreren Songs gibt es einen männlichen Gegenpart mit Alexei 'Lesyar' Agafonov, was eine angenehme Bereicherung darstellt. Sicher, dieses Wechselspiel ist nicht neu und wurde von manchen Gothic Metal-Bands ziemlich ausgereizt, aber Marias Stimme fällt zum Glück weder in das Klischee der hauchenden Elfe noch versucht sie sich an Operngesang, so dass sich Arkona doch deutlich davon abheben. Denn hier stand der slawische Kriegsgott Pate, Arkona wirken wie eine Gruppe Krieger aus alten heidnischen Tagen, angeführt von einer charismatischen Amazone. Man ist versucht sich vorzustellen: Hätte diese Truppe sich damals Waldemar entgegengestellt, vielleicht wäre der Tempel nicht gefallen. Fakt ist aber auf jeden Fall: "Vozrozdenie" bietet interessante Musik insbesondere für Pagan/Folk Metal-Fans, die über die Grenzen von Skandinavien hinausblicken wollen, weiter nach Osten. Der Anspruch der Authentizität wird untermauert durch die Texte, die sich mit slawischer Geschichte befassen und dementsprechende Begriffe verwenden, so ist z.B. "Kolyada", der slawische Begriff für Weihnachten und auch "Maslenitza" bezeichnet ein religiöses Fest. Haken an der Sache ist allerdings, dass sämtliche Lyrics und Titel in kyrillisch sind: Zum Glück war es kein Problem die Schreibweise in westlicher Schrift und die englische Übersetzung zu finden, ich habe sie bei der Trackliste beigefügt."
“Vo Slavu Velikim“
"Arkona, die sich nach der Tempelfestung auf Rügen benannten, kommen aus Moskau, Russland. 2002 gegründet frönt die Band dem momentan ziemlich angesagten Pagan Metal.
Im Zuge von unzähligen Bands aus Skandinavien, die der gleichen Sparte verfallen sind, machen sich nun auch die russischen Krieger um Frontmaid Mascha auf ins Schlachtengetümmel, um all den Christen und denjenigen, die nicht an die alten Götter glauben, gehörig den Marsch zu blasen. Heavy Metal mit volkstümlicher Musik anzureichern ist ja gerade in Ländern wie Norwegen, Schweden und Finnland zurzeit sehr populär. Und gerade Letztgenannte bringen zurzeit fast das Fass zum Überlaufen, denn dort wird wohl jedes folkloristische Stück Musik mit Metal vermischt.
Aber zum Glück sind Arkona doch ein bisschen anders als viele ihrer Kriegergenossen im Geiste, denn bei ihnen hat man nicht ständig den Eindruck, man müsse samt Met gefülltem Trinkhorn epileptisch auf einem Bein ums Feuer hüpfen, um später sich in selbiges zu übergeben☺ Leider, leider sind auch Arkona nicht vom inflationären Gebrauch von Flöte, Maultrommel und sonstigen Wald- und Wiesenschrat-Musikinstrumenten verschont geblieben, machen aber nicht den Fehler, die Instrumente zu dominant und zu kitschig einzusetzen. Und - diese sind vor allem Originale und nicht mit dem Keyboard erzeugt. Es stehen doch auch ordentlich krachende und rasende Gitarren und der kräftige, angenehme Gesang von Kettenhemdträgerin Mascha, die auch ganz gerne mal keift und grunzt, im Vordergrunde, so dass man nicht nach zehn Minuten dem Flötist den Schnabel brechen möchte. 'Hymnenhaft' - fährt einem immer wieder durch den Kopf beim Hören von Arkonas Musik, denn Chöre und dergleichen reißen einen ständig mit.
Oft unterbrochen von atmosphärischen Parts, in denen mal nur Gesang und/oder Gesang und Akustikklampfe den Ton angeben kann man sich gut vorstellen, mit den 'Rus' (osteuropäischer Familienzweig der Wikinger) in einem ihrer Lager rund ums Feuer zu sitzen und Pläne für den nächsten Raubzug auszutüfteln. Auch spürt man jederzeit die Herkunft Arkonas, denn die doch sehr düstere und schwermütige russische Volksseele lässt sich kaum überhören. Dass macht die Osteuropäer recht sympathisch, lässt aber dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, das Pagan Metal mit Folkinstrumenten doch immer irgendwas von Kirmesmusik hat. Dass so etwas auch anders funktioniert beweisen Bands wie Thyrfing, Primordial oder auch Scald (ebenfalls aus Russland) aufs Vortrefflichste. Dennoch, wer Musik von Bands wie Korpiklaani, Finntroll und Konsorten mag und schon Nargathrond und Rossomahaar (beide auch aus Russland) liebt, der wird Arkona tief in sein Paganherz schließen. Arkona erfinden zwar das Rad nicht neu machen aber ihre Sache wirklich mit Herzblut, und das alleine zählt schließlich am meisten!"
“Lepta“
"Unglaublich aber wahr: Power-Amazone Maria Masha 'Scream' hat 2004 nicht nur eine Debütscheibe mit ihrer Pagan/Folk Metal-Band Arkona aufgenommen, nein, im selben Jahr erschien noch eine zweites Album. Und auch dieses haben Vic Records netterweise nun wiederveröffentlicht. Das musikalische Konzept wurde kaum verändert, insgesamt wirkt "Lepta" etwas positiver, weniger düster und kriegerisch als der Vorgänger "Vozrozdenie", was auch schon am deutlich bunteren Artwork zu erkennen ist. Die traditionellen russischen Einflüsse treten etwas deutlicher zutage, wechseln sich aber - wie gehabt - mit rasenden metallischen Attacken ab. Dennoch ist die Musik symphonischer, hymnischer und folkiger. Der letzte Track "Oy, To Ne Vecher... " ist gar eine Bearbeitung eines russischen Folksongs. Die CD wirkt vielseitiger und soll wohl nicht nur die kriegerischen Seiten des Gottes Svantevit zeigen, dessen Heiligtum das historische Arkona auf Rügen darstellt, sondern auch die des Fruchtbarkeitgottes: Das Rad des Leben hat mehrere Seiten - Entstehen und Vergehen. Einen traurigen, aktuellen Bezug gibt es bei "Chernye Debri Voyny", das im Gedenken an die Opfer von Terroranschlägen in Russland geschrieben wurde. Trotz eindeutigem Bezug zu alten heidnischen Tagen wird also auch das aktuelle Geschehen nicht vergessen. Wobei Arkona natürlich in erster Linie eine Pagan/Folk Metal-Band sind, und das machen sie gut. Herausragend ist - wie schon zuvor - Sängerin Maria, die mal aggressiv, mal sanft, aber immer ausdrucksstark wirkt. Nebenbei spielt sie noch Keyboard und Flöte, prägt also die Musik entscheidend. Die Mitmusiker spielen natürlich ebenfalls ihre Rolle, die man nicht vergessen sollte. Denn selbst eine Johanna von Orleans hätte ohne ihre Krieger keine Schlacht gewonnen. Im Punkt 'Charisma und Kettenhemdtragen' sind durchaus Parallelen vorhanden - wenn es um Kultur und Religion geht, wohl eher nicht. Pagan oder Folk Metal kann man schon 'Trend' nennen, doch es nur damit abzutun wäre falsch. Es beweist, dass Menschen von heute durchaus Neugier an der Vergangenheit und den kulturellen Wurzeln ihres Landes zeigen; und nicht nur ihres Landes, sondern auch Interesse an Einblicken in die Geschichte anderer Länder haben. Was zunächst hauptsächlich aus Skandinavien kam, hat sich inzwischen ausgebreitet, insbesondere in östliche Regionen und wenn dabei dann so etwas herauskommt wie Arkona, ist daran nichts verkehrt - oder wer außer Rügen-Touristen hat denn schon von der letzten heidnischen Slawen-Stadtburg gewusst? Natürlich kann man die Musik der Band Arkona auch ohne diese Hintergründe genießen, jedoch gleich noch eine Horizonterweiterung als Bonus mitgeliefert zu bekommen wertet das Ganze noch mal auf. Willkommen auf einer Reise, die Vergangenheit und Gegenwart verknüpft!
Reiseführerin Maria Masha Arichipowa steht bereit... Anmerkung: auf der CD befinden sich Übersetzungen in westlicher Schrift und in englisch, es gibt andere Quellen, die davon abweichen. Ich habe mich für die Variante auf der CD entschieden, was nun genau richtig ist, mögen Experten für Kyrillische Schrift und Russisch-Dolmetscher klären."
http://www.SCARRED-FOR-LIFE.de
"„Vozrosdenie“ „Lepta“ „Vo Slavu Velikim”
"Pagan und Folk Metal erfreuen sich seit geraumer Zeit immer größerer Beliebtheit innerhalb der Metal-Szene. So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Bands wie Pilze aus dem Boden schießen und den Markt dabei überfluten. Der Nachteil dieser Schwämme ist, dass einige Bands und ihre Alben schnell in diesen Fluten untergehen. Vic Records springt für eine der besten russischen Gruppen nun rettend ein und präsentiert uns die ersten drei ARKONA-Werke ("Vozrosdenie" und "Lepta", 2004 sowie "Vo Slavu Velikim", 2005) als Re-Releases. Die Band um Frontfrau Maria Arhipova weiß mit ihrem folkigen Pagan Metal, der durchzogen ist von typisch russischen Melodien und dabei FINNTROLL gar nicht mal unähnlich klingt, schnell zu überzeugen. Besonders Frau Arhipova und ihr enorm wandlungsfähiger Gesang können Akzente setzten und machen deren Alben zur Pflicht, nicht nur von Genrefreunden. ARKONA wurde Anfang 2002 unter dem Namen HYPERBOREA gegründet. Als man sich schließlich kurze Zeit darauf umbenannte stand schon das musikalische Konzept, welches bis heute von der Band geboten wird. Schon damals galt die Geschichte und Mythologie der Slawen als Inspirationsquelle für die komplett in Russisch verfasste Lyrik von ARKONA. Ein Jahr nach der Bandgründung und nach einem Demo ("Rus", 2003) verloren einige Bandmitglieder die Lust und Maria Arhipova musste sich befreundete Musiker als Unterstützung für das Debüt von ARKONA holen. Mit Hilfe der Moskauer Band ROSSOMAHAAR wurde "Vosrosdenie (The Revival)" anno 2004 veröffentlicht. Die gebotene Musik der zwölf Songs des Albums klingt nach einer Schnittmenge aus furiosen Pagan-Parts, ganz leichtem Gothic-Touch und viel melodiösem Folk. Eine Gratwanderung zwischen Melodie und Härte, immer fesselnd, atmosphärisch und authentisch dargeboten. Schon auf dem Debüt ist der facettenreiche Gesang von Maria einen absoluter Hinhörer, mit dem es gelingt sich von anderen Kapellen abzuheben. "Vorozdenie" stellt eine gelungene erste vollwertige Veröffentlichung der Band dar, mit deren Kauf sicher kein Fan dieser Spielart enttäuscht wird. ARKONAs Album Nummer zwei darf man getrost unter der Kategorie Schnellschuss verbuchen. Zwar gibt es immer noch viele tolle Momente auf dieser Platte und auch die musikalische Marschrichtung wird konsequent weiterverfolgt, doch klingen die Stücke einfach nicht so überzeugend wie die des Vorgängers. Einige Passagen wirken gar unfertig und hastig zusammengestellt. Das Songwriting auf "Lepta" klingt einfach nicht so ausgereift und abwechslungsreich und ist insgesamt härter ausgefallen (hier hat sich die Frontfrau wohl auch ihren Spitznamen "Scream" verdient). Maria Arhipova hat sich beim Songschreiben einfach viel zu sehr unter Druck gesetzt, immerhin liegen nur ein paar Monate zwischen beiden Veröffentlichungen. Einige Lieder sind jedoch stimmig und dürften ein positives Bild beim Anhörtest abgeben. Das wehmütige "Viydu Ia Na Volushku", das vom Gastbeitrag des NEVID-Fronters Les'yar veredelte "Zarnitsy Nashei Vobody" oder der traditionelle russische Folksong "Oi, To Ne Vecher..." sollte man ruhig mal gehört haben. Ansonsten wirkt "Lepta" ein wenig zerfahren, nicht so einheitlich und geschlossen wie sein Vorgänger und ist bis dato die am wenigsten überzeugende Arbeit von ARKONA geblieben. Das Jahr 2005 war für ARKONA ein richtungweisendes Stück Bandgeschichte gewesen. Das dritte Album einer Gruppe ist nur zu häufig ein Zeichen für eine glorreiche Zukunft oder ein letztes Aufbäumen vor dem langsamen Untergang. ARKONA gelingt mit "Vo Slavu Velikim (For The Glory Of The Great)" ihr Referenzwerk bis zu diesem Zeitpunkt. Zum ersten Mal kommt die Folk-Instrumentierung nicht mehr aus der Maschine, echte Instrumente werden fortan eingesetzt. Schade, dass nun gerade auf "Vo Slavu Velikim" der Folk-Anteil etwas mehr in den Hintergrund tritt, die Gastmusiker von SVARGA leisten nämlich eine tolle Arbeit (es konnte sogar der berühmte russische Folkmusiker Vladimir Cherepovskiy zu einem Gastbeitrag überredet werden). Insgesamt fällt diese dritte Platte weniger eingängig aus und braucht mehrere Durchläufe um alle Details und Spielereien zu offenbaren. Doch dann kann das Songmaterial wirklich restlos überzeugen, kein schlechter Song lässt sich ausmachen dafür aber viele Highlights. Tiefgang, Melodie, Spielfreude und tolle Atmosphäre sind die Eckpfeiler von "Vo Slavu Velikim". Das Werk klingt wie aus einem Guss, alle vierzehn Stücke passen hervorragend zueinander und schreiten wieder mehr auf den Pfaden des Debüts. Maria Arhipova hat sich und ihre gesangliche Performance noch weiter steigern können und macht damit immer noch einen großen Positivfaktor der Band aus. Man braucht kein Lied gesondert aus der Masse herausstellen, alle Stücke sind hörenswert und grandios gelungen. Die dritte Scheibe der Russen kann man demnach getrost auf seinen Einkaufzettel schreiben. Wer ARKONA bisher noch nicht kannte und sich gerne mit Pagan/ Folk Metal beschäftigt, bekommt hier einen guten Überblick über das Frühwerk dieser russischen Band. Das Debüt und besonders die dritte Platte kann man uneingeschränkt empfehlen, das zweite Album hat aber auch einige gelungene Abschnitte, um zumindest mal gehört zu werden. Alle Scheiben sind remastert und verfügen über einen guten Sound. Die Aufmachung aller drei Veröffentlichungen lässt ebenso keinen Grund zur Klage aufkommen. Ich für meinen Teil möchte die Musik von ARKONA nicht mehr missen und werde mir auch erstmal deren aktuelles Werk "Od Serdtsa K Nebu" (2007) zulegen."
http://www.SLEAZE-METAL.com
Review (7/10)
„Vo Slavu Velikim“
"„Vic Records“ haben sich die Rechte am ganzen Back Catalogue von „Arkona“ gesichert einen Pagan/Folk Metal Band aus Russland von der ich bislang noch überhaupt nichts gehört habe. Ein sehr wichtiger Unterschied zu anderen Pagan Bands besteht natürlich darin dass der Bandleader nicht ein bärtiger Hühne ist sondern eine Lady mit dem lieblichen Namen „Masha Scream“. Ich habe hier das dritte und neuste „Arkona“ Album vor mir liegen und das Ding nennt sich „Vo Slavu Velikim“ was in Deutsch so viel heisst wie „Für den Ruhm der Grossartigen“. Natürlich wird hier nur in Russisch gesungen und das ist auch gut so, denn schliesslich ist das ja Pagan Mucke und kein Kindertanz. Auf der Scheibe befinden sich 14 Songs die eigentlich alle ziemlich klasse sind auch wenn teilweise etwas gar wüst und verspielt. Speziell erwähnen möchte ich „Vo Slavu Velkim“ den Titeltrack und das melodiöse „Po Syroi Zemle“ die mir sehr gut gefallen. Pagan Metal ist jetzt nicht etwas dass ich mir sehr oft anhöre, „Finntroll“ etc. sind sicherlich klasse aber auf lange Sicht finde ich das Gedudel halt bald einmal etwas langweilig. Dass ist auch auf diesem Album nicht anders auch wenn ich zugeben muss dass die Band ihre Qualitäten hat und mit „Masha Scream“ eine starke Frontfrau aufweist die auch gesanglich überzeugen kann. „Arkona“ mit „Vo Slavu Velikim“ ist sicherlich eine Empfehlung für alle Pagan Fans, alle anderen sollten die Scheibe besser vorher einmal antesten!"
„Lepta“ (7,5/10)
"Kürzlich habe ich euch das neuste Werk der russischen Pagan Formation “Arkona” um Frontfrau “Masha Scream” vorgestellt und heute widme ich mich dem zweiten Album aus der Discography mit dem Titel “Lepta”. „Vic Records“ waren ja so freundlich und haben alle „Arkona“ Alben die sonst nur in Russland erschienen sind auf dem eigenen Label wieder veröffentlicht. „Lepta“ klingt noch etwas feiner als die neuste Scheibe, der Sound ist nicht ganz so hart und zwischendurch gibt es immer mal wieder Keyboard Einspieler. Ich finde es schon ziemlich cool und halt einzigartig wenn in einer anderen Sprache gesungen wird und dass „Masha Scream“ hier in Russisch singt macht die Musik schon ziemlich Einzigartig auch wenn „Arkona“ nicht die einzigen sind die in russisch musizieren. „Lepta“ bietet eigentlich alles was das Pagan Herz begehrt, einen bombastischen Sound, ein Folk Metal Inferno und ein fröhliches Gegrunze. Am besten gefallen mir hier „Vivdu ia na Volshku“ und „Marna“ obwohl ich die Scheibe eigentlich als ein Werk bewerte das wie auf einem Guss klingt und mit feudalen Grooves und viel Tingeltangel absolut überzeugen kann. Pagan Fans sollten sich unbedingt ein „Arkona“ Album anhören, ich bin überzeugt wer einmal Blut geleckt hat will alle Scheiben in seinem Besitz wissen."
http://www.The-Pit.de
Review
"“Vo Slavu Velikim“ (9/10)
Der dritte Teil der Re-Releases der Russen steht an, und zwar handelt es sich um das Album „Vo Slavu Velikim“. Eine weitere Neuerung im Vergleich zu den Vorgängeralben kann man auf diesem Werk erkennen. Und zwar fügen Masha und ihre Mitwikinger ihren Songs nun Klänge hinzu aus so wunderbaren ethnischen Instrumenten wie dem Dudelsack. Dieses Instrument macht bereits nach dem kurzen „Intro (Kolymiyka)“ in „Skvoz' Tuman Vekov“ gehörig und auch ziemlich eindrucksvoll auf sich aufmerksam, wo es mit Flöten, E-Gitarren und Mashas Growlen kombiniert wird, welches im Übrigen anscheinend wie auch die Cleanstimme noch mehr Stärke ausstrahlt. Der Rhythmus des Stücks geht ziemlich schnell einem jeden Hörer in den Körper, sprich man will mitschunkeln, mitbangen, ach was sag ich? Man will mehr von Arkona, und das soll man im Folgenden auch bekommen. „Rus' Iznachal'naya“ startet dann mit einer Erzählerstimme, aber was er uns da mitteilt, kann ich euch leider nicht sagen, denn ich bin auch nach dem exzessiven Genuss der drei Scheiben von Arkona noch immer nicht der russischen Sprache mächtig. Im weiteren wird diesem Song durch Keyboardteppiche Tiefe gegeben. Man hört Schwerter klingen, Schlachtengeschrei, Masha´s Rufe vor wunderbaren Melodien, die nach klassischem Melodic Black Metal klingen. Dies ist ein so facettenreiches Stück, Wahnsinn! Alsbald erklingen traditionelle russische Weisen; ich hätte niemals gedacht, dass man all diese verschiedenen Elemente so gekonnt miteinander in Einklang bringen kann. Nachdem gerade so auf die Pauke gehauen wurde, geht „Vo Slavu Velikim!” dann erstmal eher den Midtempo-Weg. So aggressiv wie in den hiesigen Growl-Parts klangen Masha´s Vocals noch nie, perfekt gemacht. Selten habe ich eine so ergreifende Melodie von einer Flöte gehört wie eingangs von “Po Syroi Zemle”. Auch dies ist ein weiteres vielschichtiges Werk, mit dem Arkona eindeutig ihr Können unter Beweis stellen. Bei “Tuman Yarom” stelle man sich vor, man sitze um ein Lagerfeuer herum und singe zu Trommeln.
Nicht schlecht, doch meiner Meinung passen Songs wie das folgende „Zov Bitvy“ viel besser zu Masha und ihren Recken. Hier lassen sie nämlich wieder die Zügel schleifen, wodurch das Tempo drastisch forciert wird. Und mittlerweile weiß ich als Arkona-Fan es sehr zu schätzen, wenn Masha ihre Stimme erhebt, um in diesem folkigen Black Metal / Pagan-Meisterstück drauflos zu growlen. Welch ungewöhnliche Klänge man vernimmt, eröffnet “Vedy Proshlogo” doch mit einem Männerchor samt Streichern. Aber dann, sag ich, aber dann… Dann legt nämlich Masha los, die Gitarren braten in einem vorzüglichen BM-Gewand, als gäbe es kein Morgen; danach ein Break und die Flöte erklingt. Die Russen haben solche widersprüchlichen Breaks echt drauf. Genial klingt auch der Einsatz der Geige. Einem Intermezzo gleich kommt „Velikden'“, denn hier duellieren sich, übertrieben gesagt, Flötentöne mit Vogelgezwitscher. Sorry, das mag ja vielleicht seinen Reiz haben, aber ich finde dies überflüssig und nicht so ganz in den Gesamtkontext passend. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich hinter den Melodien von “Gnev Vremen” auch irgendwelche russischen Weisen vermuten. Mann, wie aber dann Masha wieder growlt, das ist schon eine Klasse für sich, sehr gut gemacht! Und ganz unverhofft, dafür umso begrüßungswürdiger erklingt auch wieder der Dudelsack. Ein sehr gutes Stück der Russen, das auch wie das folgende “Na Svarogovoi Doroge” wunderbar aufzeigt, wie sehr sich Arkona in der Zeit seit ihrem Debut weiter entwickelt haben. Mag ja sein, dass Stücke wie auch „Vyidi, Vyidi Ivanku ...“ ihren Reiz haben, doch nicht alle Hörer werden sich mit den reinen Flötenklängen anfreunden. Solchen Leuten, zu denen auch ich mich hinzuzähle, gefallen Arkona besser, wenn sie ihren reichhaltigen Fundus musikalischer Fähigkeiten voll ausschöpfen, wie beispielsweise im folgenden „Vosstanie Roda“, denn dieses Stück ist wieder schwarzmetallischer Pagan Metal der allerersten Liga. Das gibt´s doch nicht, so schnell wie die dreizehn Songs zuvor an einem vorbei gegangen sind, denn „Sila Slavnyh“ beschließt auch schon dieses Album. Und das aber gewaltig, denn absolut genial kommt hier wieder der Dudelsack neben den anderen Instrumenten zum Einsatz, bevor eingangs des Songs die Stimmung sehr gut immer weiter ausgebaut wird. Sehr stimmungsvoll rüber kommt der Schluss des Songs, wo wieder pefekt mit Melodien gezaubert wird durch Flöte, Mandoline, Chöre usw. Muss man gehört haben. Fazit: Dieses Album beschreitet der aktuellen Höhepunkt der Russen. Beständig weiter ausgebaut haben sie ihre Songs seit „Vozrosdenie“, wodurch man immer weitere Feinheiten eingebaut hat. Schon das Debut war gut, doch Arkona scheinen immer weiter zu reifen. Wer weiß, womit die Band wohl als nächstes zu einem weiteren Schlag ausholen wird."
"“Lepta“ (8,5/10)
Der zweite Teil des Exkurses in die Welt des russischen Folk / Pagan Metal hört auf den Namen „Lepta“. Auch dieses Album wurde wie das Debut über Vic Records wiederveröffentlicht, nachdem es ursprünglich nur ein paar Monate nach dem Erstlingswerk das Licht der Welt erblickte. Schon überraschend, wie schnell also Bandchefin Masha und ihre Mannen ein zweites Werk hinterher schießen. So manch einer wird jetzt denken: Na, wenn unter einem solchen Schnellschuss mal nicht die Qualität des Materials zu leiden hat. Doch diesen Unkenrufern sei mal ganz schnell der Wind aus den Segeln genommen. Allgemein ist zu dieser zweiten Scheibe zu sagen, dass im Vergleich zu dem Debutalbum sehr stark auffällt, dass Masha den Aggressionspegel ihrer Vocals stark angezogen hat. Eine gefällige Melodie eröffnet „Sotkany Veka“ und man erkennt sofort, dass Masha mit mehr Wut im Bauch ihre Vocals raushaut, denn wenn sie growlt, und das tut sie weitaus öfter als noch auf „Vozrosdenie“, dann klingt dies wütender denn je. Was die Band jedoch tunlichst vermeiden sollte, das sei der weitere Ausbau der Keyboards. Diese sind auch hier wieder vorhanden, was so ganz in Ordnung geht, doch mengenmäßig noch gehäufter als man es hier vernehmen kann, sollte es dann auch nicht werden. “Lepta O Gneve“ käme auch mit dem Stempel “reinrassiger Black Metal-Song” bestens aus. Eindrucksvoll sind diese erhabenen Einschübe, bei denen komplett das Tempo rausgenommen wird und es ungemein melodisch vonstatten geht. Ein Stück, das wieder beweist, wie vielseitig die Band ist. “Chernye Debri Voiny” ist anfangs wieder etwas langsamer, bevor die Geschwindigkeit auch hier wieder ausgepackt wird und man wird Ohrenzeuge davon, wie eine Flöte wunderschön die Gitarren begleitet. Mann, ich mag es, wenn Masha so aggressiv ihre Growls ins Mikro schmettert. Die Gitarrenarbeit fällt hier als besonders gelungen auf und weiß zu gefallen. Es wird Zeit für männliche Growls und mit “Zarnicy Nashei Svobody” wird man bestens bedient, was das angeht. Ein sehr harmonisches Stück, was die Melodien anbelangt und bei dessen Rhythmik Pagan Metal-Fans übrigens im siebten Himmel schweben, wenn sie nicht eh schon längst dort verweilen. Unter all den eher düsteren Songs ist „Vyidu Ya Na Volushky“ dann der Feiersong des Albums. Zwar nicht so ganz meins, aber handwerklich gut gemacht ist der Song allemal. Das abwechslungsreiche „Marena“ verfügt über einen höllischen Drive, der den Hörer unweigerlich gefangen nimmt. Kein Wunder, geht es hier doch um eine slawische Göttin, die den Tod bringt. Masha schmettert dem Hörer ihre Cleanvocals entgegen und fast, ja fast, laden die Melodien zum Schunkeln ein - allerdings nicht übertrieben fröhlich, wofür ich der Band wirklich dankbar bin. Streicher kommen zum Einsatz in „Voin Pravdy“ und kreieren so eine richtig schön bedrohliche Stimmung. Masha zelebriert hier neben ihren Growls auch Sprechgesang. Die Flöte leitet dann ein kurzes melodisches Intermezzo ein.
„Epilog” ist zwar ein stimmungsvolles Instrumental inklusive Flöte, Streichern und Keyboard, aber an dieser Stelle der CD ist dies ein wenig deplatziert. Besser wäre es am unmittelbaren Ende platziert gewesen. Sehr gelungen ist der Band danach jedoch das Cover eines russischen Folk-Songs namens „Oi, To Ne Vecher...“. Fazit: Die Russen fahren auf diesem Zweitlingswerk eine härtere Schiene als noch auf ihrem Debut, was ihnen aber auch bestens zu Gesicht steht und die Band für so manchen Hörer sicher noch interessanter macht. Eingängig ist das Material auf alle Fälle. Man ist gespannt auf den weiteren Werdegang der russischen Pagan Metal-Meister."
"“Vosrozdenie“
Eine ganz und gar neue Erfahrung kommt auf uns zu: Pagan Metal aus Russland. Na, jetzt bloß nicht voreilig Schlüsse ziehen und in Vorurteilen versinken. Nicht nur aus Skandinavien kann man diese Art Musik ganz hervorragend zelebrieren. Das allerbeste Beispiel hierfür sind nämlich die russischen Arkona. Seit 2002 treiben Masha „Scream“ (Vocals, Flöte), Alexei "Lesiar" Agafonov (Vocals, Gitarre), Sergei "Lazar" (Gitarre), Ruslan "Kniaz" (Bass)und Vlad "Artist" (Synths, Drums) schon ihr Unwesen und wollen nun mit der Wiederveröffentlichung ihrer drei Longplayer die Szene kräftig aufmischen. Folglich beginnen wir unseren Exkurs in die Welt des russischen Pagan / Folk Metals mit der 2004´er Debutscheibe „Vozrosdenie“. Wunderbar episch starten wir mit sehr gelungenen Melodien in das einleitende „Kolyada“, bevor alle Instrumente und auch Masha an ihrem Mikro mit einsteigt. Dabei werden Mashas klare Cleanvocals unterstützt durch Alexeis Growls. Doch Achtung, wer denkt, dass hier das schon bis auf´s Äußerste ausgeschöpfte Thema der „Beauty and the Beast-Vocals“ auf Pagan Metal getrimmt wird, der irrt, und das aber mal ganz gewaltig. Masha kann nämlich auch ganz amtlich growlen. Ein ganz angenehm zu hörender Opener auf der Debutscheibe aus dem Jahre 2004. In „Maslenitsa“ geht es mit flottem Tempo vonstatten. Bei diesem Stück fällt mir besonders angenehm auf, dass dies zwar richtiger Mitgeh-Folk-Pagan ist, aber ohne diese „hauruck-jetzt-wollen-wir-feiern-und-einen-heben“-Attitüde, denn gerade dies ist ein Argument, das mir bei so manch anderer Band schon des öfteren übel aufstößt. Sehr schön ist es, zur Abwechslung in „K Domu Svaroga“ auch noch mal männliche Growls zu hören, die auch hier Mashas Stimme sehr gut ergänzen. Im Ganzen klingen die Vocals hier um einiges aggressiver als noch auf den beiden Vorgängern. Zu den Texten kann ich an dieser Stelle leider nichts Genaueres sagen, da ich der russischen Sprache leider Gottes nicht im Geringsten mächtig bin. Neben den Gitarren findet man hier immer wieder Flötentöne in den ruhigen Parts, welche einen sehr gekonnten Kontrast abgeben zu den Stellen, wo richtig vom Leder gezogen wird. In einen Titelsong stellt man ja stets ganz besondere Anforderungen, warum auch immer. „Vozrozdenie“ startet mit eindrucksvollen Keyboardsounds, die im weiteren auch fortgeführt werden und zudem in keinster Weise kitschig wirken. Masha growlt in bester Black Metal-Manier, wenn sie nicht gerade melodisch singt. Die Melodieführung dieses Songs entführt den Hörer förmlich mit auf die verschneiten Schlachtfelder in einer Vollmondnacht. Die Band macht mit diesem Song alles goldrichtig. Mit einer wunderschönen Melodie gehen wir den Weg weiter mit „Chernye Vorony“, das aber dann recht deftig wird, da hier zunächst Alexei wieder das Mikro übernimmt. Auch hier wird wieder mit Kontrastreichtum geglänzt, denn die heftigen Refrains werden mit den ruhigen Strophen kombiniert, in denen man wieder Ohrenzeuge von Mashas schöner und gleichzeitig kraftvoller Stimme wird. Mit einer wunderbar erhabenen Melodie wird das ruhige Stück „Rus'“ eingeleitet. Der Song ist zwar melodisch sehr gelungen, wirkt allerdings auf seine Länge hin ein wenig eintönig. “Brate Slavyane” scheint Besserung zu geloben, denn schon die Eingangsmelodie wirkt schon wieder um einiges vielseitiger. Zudem lässt die Band die Zügel wieder locker: Masha growlt, das Tempo ist abwechslungsreich und so kann dieses Stück wie auch das folgende „Solntsevorot“ mit seiner sofort für sich einnehmenden Melodie für sich begeistern. Der nächste Pagan Metal-Schlachtfetzen folgt mit dem stimmungsvollen “Pod Mechami”. Ohne die Bedeutung der Texte zu kennen, bekommt man das Gefühl, dass man kurz davor steht, in eine Schlacht zu ziehen. Und wenn auch nicht, auf jeden Fall reißt dieses Stück jeden mit. Den vielleicht besten Song des Debuts, wenn ich das denn mal so nennen darf, stellt ohne Frage “Po Zverinym Tropam” dar. Hier zeigen die Russen die ganze faszinierende Bandbreite ihres Könnens. Aber nein, ich darf das nicht so sagen, denn „Zalozhny“ lässt meine Begeisterung noch höhere Wellen schlagen. Das ist einfach Pagan Metal at ist best! Bei diesem Song will man einfach mitfeiern. Nach dieser beeindruckenden Reise in die Welt von Arkona kommen wir schließlich an die Grenzen der Gestade mit dem fast traurig und bedrückend wirkenden „Zov Predkov“ und bekommen zum ersten Mal auch geflüsterte Töne aus Mashas Kehle präsentiert. Starker Abschluss eines starken Debuts. Fazit: Ein mehr als beachtliches Debut einer sehr ambitionierten Band aus Russland. Da ist man sehr gespannt, was diese Horde in Zukunft noch so zustande bringen wird."
http://www.twilight-magazin.de/
Review (12/15)
“Vo Slavu Velikim“
"Den vorläufigen Höhepunkt ihres Schaffens erreichten Arkona dann mit ihrem Drittwerk “Vo Slavu Velikim”. Nach dem alten Grundsatz, dass das dritte Album das „Make it or break it – Album“ ist, muss der Band vor der Zukunft wirklich nicht Bange sein. Kamen auf den beiden Vorgängern noch manche alte Instrumente aus dem Synthesizer, glänzt „Vo Slavu Velikim“ mit den Klängen authentischer Instrumente. Auch die Songs größtenteils gelungen und dürften Liebhaber von Pagan und Folk Metal Klängen sofort ansprechen. Kombiniert werden Einflüsse von Bands wie Finntroll, Ensiferum oder auch In Extremo. Dennoch schafft es die Band, ihren völlig eigenständigen Stil zu finden, wozu sicherlich auch die russischen Lyrics beitragen. Diese klingen für uns Westeuropäer sowohl fremd als auch interessant und passen auch rein phonetisch ganz hervorragend zur Musik. Gut gemacht – oder wie der Russe sagt: Horosho!"
Review (9/15)
(press clip ok)
"Noch im selben Jahr (2004) erschien dann “Lepta”, der Nachfolger von “Vozrosdenie”. Die kurze Zeit zwischen den beiden Alben könnte der Grund dafür sein, dass „Lepta“ nicht ganz so überzeugend ausgefallen ist, wie der Vorgänger. Angefangen bei der Produktion, die etwas dumpfer aus den Boxen kommt bis hin zu den etwas lahmeren Songs, erreicht man nicht ganz die vorher gesetzte Marke. Dennoch ist auch „Lepta“ keine schlechte Platte geworden, die erneut von der charismatischen Sängerin Mascha lebt. Vor allem der Opener „Sotkani Veka“ ist äußerst gelungen."
Review (10/15)
(press clip ok)
"Mit der Wiederveröffentlichung gleich ihres kompletten Back-Katalogs beglückt uns die russische Pagan-Folk-Metal Band Arkona. Russische Metal Bands darf man ja durchaus als exotisch bezeichnen, und dies macht zumindest zu einem gewissen Teil den Reiz der Truppe aus. Auf dem Debütalbum „Vozrosdenie“ (2004) geht man schon recht ausgefeilt zu Werke. Sängerin Mascha überzeugt mit einer eigenständigen Stimme und vermag sowohl klare als auch aggressive Akzente zu setzen und liefert sich einige Duelle mit männlichem Black Metal-Gesang. Die Songs schwanken zwischen Härte und Melodie und so werden harte Riffs und brutaler Gesang immer wieder durch Flöten und andere mittelalterliche Instrumente aufgelockert. Auch die Produktion des Albums genügt internationalen Maßstäben, so dass man in Bezug auf „Vozrosdenie“ von einem gelungenen Erstling sprechen kann."
4.12.2008



